Die Politik muss mehr in die Köpfe investieren und ein wettbewerbsfähiges, innovatives und faires Bildungssystem schaffen – davon ist Deutschland bislang weit entfernt.

Schulen und Hochschulen bringen nicht genügend gut ausgebildete junge Menschen hervor. Das führt zu Fachkräfteengpässen, die durch geringe Geburtenzahlen und in der Folge sinkende Schüler- und Studentenzahlen verschärft werden. Umso wichtiger ist es für den Staat, in die Bildung zu investieren und die vorhandenen Kinder und Jugendlichen bestmöglich auszubilden. Auch ein Ausbau der frühkindlichen Bildung ist geboten, denn es wird immer wichtiger, schon von frühen Kindesbeinen an das nötige Know-how zu vermitteln.

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Das Schulsystem fördert die persönliche und berufliche Entwicklung von Heranwachsenden. In Deutschland gelingt es nicht immer, Schülern eine ausreichende Grundbildung zu vermitteln.

Zu viele Abgänger – häufig Einwandererkinder – verlassen die Schule ohne Ausbildungsreife. Danach setzen sich die Probleme fort: Schwache Schüler finden ohne weitere Qualifizierungsmaßnahmen nur schwer einen Ausbildungsplatz und sind später häufig auf staatliche Unterstützung angewiesen. Das Geld könnte sich der Staat sparen, wenn Jugendliche bereits in der Schule stärker gefördert würden. Anstelle von Halbtagsschulen sollten flächendeckend Ganztagsschulen treten. Diese sollten sich im Unterricht an Mindeststandards orientieren müssen, die regelmäßig evaluiert werden. Zudem sollten Schulen eine stärkere Eigenverantwortung für den Bildungserfolg der Schüler übernehmen.

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Rund zwei Drittel aller Schulabgänger erlernen über das duale System der beruflichen Bildung einen Beruf. Durch die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule gelingt die Integration junger Menschen ins Arbeitsleben in Deutschland relativ gut; das zeigt die im internationalen Vergleich geringe Jugendarbeitslosigkeit.

Doch es besteht kein Anlass, sich auf den Erfolgen auszuruhen. Zu selten werden die Jugendlichen nahtlos in das Arbeitsleben integriert. Zugleich wird es für Unternehmen immer schwerer, geeignete Bewerber zu finden: Viele Schulabgänger sind nicht ausreichend qualifiziert. Verbesserungsbedarf besteht zudem im Bereich der Weiterbildung. Unternehmen gehen hier mit gutem Beispiel voran und investieren bereits jetzt hohe Summen in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Die demografische Entwicklung und der technologische Fortschritt erfordern jedoch weitere Anstrengungen und eine systematische Weiterentwicklung der Berufsbildung, damit der Wirtschaft nicht die Fachkräfte ausgehen.

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An deutschen Universitäten und Fachhochschulen sind Dank des Hochschulpaktes viele neue Studienplätze entstanden. Allerdings hat die Ausstattung mit Personal und Lehrmitteln in den MINT-Fächern nicht Schritt gehalten. Auch deshalb brechen viele ihr Studium ab.

Gerade in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik müssen Hochschulen vor dem Hintergrund der Digitalisierung dafür sorgen, dass das Interesse an Studienplätzen hoch bleibt und die Zahl der Studienabbrecher zurückgeht. Weil es dafür viel Personal bedarf, sollten MINT-Fächer im Rahmen des Hochschulpakts besonders gefördert werden. Damit die Hochschulen einen Anreiz haben, die Abbrecherzahlen zu senken, sollten die Hochschulpaktmittel allerdings erst dann fließen, wenn Studenten ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben. Sozialverträgliche Studiengebühren könnten ebenfalls zur Vermeidung von Studienabbrüchen beitragen, indem sie personalintensive Praxisprojekte und Übungsseminare finanzieren können.

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Kenntnisse über die Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft und die Arbeitswelt gehören zur Allgemeinbildung. Dennoch wird dieses Wissen an Schulen zu wenig vermittelt.

Die bundesweiten JUNIOR Programme bieten Teilnehmern die Möglichkeit, ein eigenes Schülerunternehmen zu gründen. Ziele der Programme sind Berufsorientierung, Förderung der Ausbildungsfähigkeit und Berufschancen von Jugendlichen sowie die Vermittlung von Wirtschaftswissen und Schlüsselqualifikationen. Die IW JUNIOR gGmbH bietet Programme für jede Alters- und Klassenstufe - von Grundschülern bis zur Oberstufe. Seit 1994 haben mehr als 100.000 Schüler in rund 8.000 JUNIOR-Unternehmen ihre Geschäftsideen realisiert – darunter ein Imagefilm über Böblingen, ein Brettspiel zur Verkehrserziehung und ein Seniorenstadtführer für Essen.

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Die Wirtschaft sucht händeringend Akademiker und Fachkräfte, besonders aus den MINT-Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Einerseits hapert es am Nachwuchs, weil der demografische Wandel die Jahrgänge ausdünnt und Studienanfänger lieber andere Fächer wählen. Andererseits steigt der Bedarf an qualifiziertem Personal, weil die Unternehmen immer wissensintensiver arbeiten, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Der Fachkräftemangel hemmt Produktion und Entwicklung und kostet jährlich Milliardensummen.

Die Unternehmen locken die raren Bewerber mit hohen Löhnen und bilden verstärkt eigene Leute fort. Doch alleine kann die Wirtschaft den Mangel nicht beheben. Die Hochschulen müssen mehr Techniker ausbilden. Eine größere Bedeutung technischer Fächer an Schulen könnte zudem das Interesse gerade auch der Mädchen wecken. Nicht zuletzt müssen die Länder verstärkt in die Hochschulen investieren. Gegenwärtig brechen zu viele MINT-Studenten das Studium ab, weil die Bedingungen schlecht sind. All diese Maßnahmen sind teuer, würden sich aber auf lange Sicht auch für den Staat auszahlen, weil Absolventen dieser Studiengänge meist gute Steuerzahler sind.

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Welches Bundesland hat das beste Bildungssystem? Wer hat sich verschlechtert? Wo liegen die Reformpotentiale? Der Bildungsmonitor untersucht die Bildungspolitik der Bundesländer.

Deutschland altert. Damit die Sozialsysteme die Folgen des demografischen Wandels verkraften können, muss die arbeitende Bevölkerung produktiver werden. Das wiederum setzt eine möglichst gute Ausbildung voraus. Inwieweit es den einzelnen Bundesländern gelingt, mithilfe des Bildungssystems zur Fachkräftesicherung beizutragen und Bildungsarmut abzubauen, untersucht der IW-Bildungsmonitor im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Anhand von 93 Indikatoren werden Schulqualität, Integration, Berufsausbildung oder der Einsatz von Ressourcen ausgewertet und mit den Werten der Vorjahre verglichen. So zeigt der Bildungsmonitor auf, welche Bundesländer sich verbessert haben – und welche aufholen müssen.

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Eine frühe Förderung von Kindern legt den Grundstein für deren späteren Erfolg in der Schule und im Beruf. Im Kindesalter verpasste Entwicklungen sind später kaum aufzuholen.

Betreuungsplätze sind in Westdeutschland noch immer rar, besonders für unter Dreijährige. Von einem Ausbau und einer qualitativen Verbesserung der Betreuungsinfrastruktur würden insbesondere Kinder aus bildungsfernen Schichten und Migrantenfamilien profitieren, da sie oft auf eine Förderung der sprachlichen Fähigkeiten angewiesen sind. Dabei sind die langfristigen Effekte frühkindlicher Bildung beachtlich: Die Zahl der Erwerbspersonen ohne Berufsausbildung sinkt, die der Hochschulabsolventen steigt; die Bildungsrendite ist also besonders hoch.

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