Eine prosperierende Wirtschaft hebt den Lebensstandard der Bevölkerung, schafft Arbeitsplätze und füllt die Staatskassen, aus denen Aufgaben wie Bildung, Umweltschutz und soziale Sicherung finanziert werden.

In den vergangenen 60 Jahren hat die Soziale Marktwirtschaft den Bürgern der Bundesrepublik ermöglicht, ihr nominales Einkommen im Durchschnitt zu verfünffachen. Auch wenn der Wohlstand auf lange Sicht beachtlich wuchs, waren immer wieder konjunkturelle Rückschläge zu verkraften, denn die wirtschaftliche Entwicklung verläuft nicht gleichmäßig, sondern in Wellenbewegungen. Auf einen Konjunkturaufschwung mit hohen Wachstumsraten und zunehmender Beschäftigung folgt ein Abschwung mit geringen Wachstumsraten und weniger Menschen in Arbeit.

Das Institut der deutschen Wirtschaft beobachtet die wirtschaftliche Entwicklung mittels verschiedener Instrumente und veröffentlicht regelmäßig Konjunkturprognosen. Damit hilft das IW, die Entscheidungsgrundlage für Politik und Wirtschaft zu verbessern.

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Die wirtschaftliche Entwicklung verläuft nicht gleichmäßig, sondern in Wellenbewegungen. Auf einen Konjunkturaufschwung mit hohen Wachstumsraten folgt ein Abschwung mit geringen Zuwachsraten oder sogar mit einer rückläufigen Produktion.

Konjunkturzyklen sind das Ergebnis von positiven und negativen Schocks. Der technische Fortschritt beispielsweise kann einen Aufschwung hervorrufen, explodierende Ölpreise hingegen einen Abschwung (Angebotsschocks). Eine Aufwertung der eigenen Währung schwächt den Export und kann so eine wirtschaftliche Talfahrt einläuten, umgekehrt können positive Erwartungen der Unternehmen die Investitionsnachfrage steigern und zum Aufschwung führen (Nachfrageschocks). Auch die Politik kann Konjunkturschwankungen auslösen.

In schlechten Zeiten neigt die Politik dazu, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage mit kreditfinanzierten Staatsausgaben zu stützen. Oftmals wird dabei versucht, kurzfristig den Konsum zu beleben. Sinnvoller wären aber Maßnahmen, die zugleich kurzfristig die Nachfrage und langfristig das Wachstumspotenzial stärken – etwa durch Investitionen in Bildung und Infrastruktur. Doch jede schuldenfinanzierte Konjunkturpolitik birgt die Gefahr, dass die Schulden nicht getilgt werden, wenn die Wirtschaft wieder läuft.

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Die IW-Konjunkturampel zeigt die konjunkturellen Veränderungen für Deutschland, den Euroraum, die USA und China. Insgesamt zehn Indikatoren zeigen, wie sich Produktion, Beschäftigung und Nachfrage entwickelt haben.

Rot bedeutet schlechter, Grün besser und bei Gelb hat sich wenig bewegt. Für die Übersicht nutzen die IW-Wissenschaftler neben Ist-Größen wie Konsum-Kennzahlen oder der Arbeitslosenquote Umfrageergebnisse, beispielsweise zum Vertrauen der Konsumenten und zu den Erwartungen der Einkaufsmanager. Wie die Konjunkturampel errechnet wird, zeigen diese Hintergrundinformationen zu Konzept, Daten und Evaluation.

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Zweimal im Jahr veröffentlicht das IW eine Konjunkturprognose. Darin versuchen die Wissenschaftler, die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland abzuschätzen.

Eine exakte Vorhersage für das Wirtschaftswachstum ist allerdings nicht möglich. Eine Konjunkturprognose ist nur eine sogenannte bedingte Prognose. Die Forscher treffen Annahmen und geben an, welche wirtschaftlichen Entwicklungen unter diesen Bedingungen wahrscheinlich sind.

Für Unternehmen ist eine sinnvolle Konjunkturprognose unerlässlich, etwa in Tarifverhandlungen. Wenn nur ein geringes Wachstum prognostiziert wird, ist der Spielraum für Lohnerhöhungen kleiner. Eine Konjunkturprognose ist zudem wichtig für die Investitionstätigkeit der Unternehmen.

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Das Institut der deutschen Wirtschaft befragt die deutschen Unternehmen regelmäßig nach ihrer aktuellen Geschäftslage und ihren konjunkturellen Perspektiven.

Immer im Frühjahr und Herbst befragt das IW rund 2.600 Unternehmen aus West- und etwa 700 aus Ostdeutschland nach ihrer Geschäftslage und ihren Erwartungen hinsichtlich Produktion, Exporten, Investitionen, Beschäftigung, Preisen und Erträgen.

Die Umfrage umfasst Hersteller von Grundstoffen, Investitions- und Konsumgütern, das Baugewerbe und den Dienstleistungssektor. Die Bereiche Handel, Banken und Versicherungen sowie der öffentliche Sektor werden nicht befragt.

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Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer geht es in Ostdeutschland wirtschaftlich langsam, aber stetig bergauf. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut und die Arbeitslosenquote einstellig. Die Wirtschaftsleistung je Einwohner erreicht aber noch längst nicht das Westniveau.

Nach dem Fall der Mauer vor 25 Jahren war das oberste Ziel, den Lebensstandard der Ostdeutschen an das Westniveau anzugleichen. Dazu flossen viele Milliarden Euro Aufbau-Hilfe in die neuen Bundesländer. Die Investitionen hoben nach der Wende das Pro-Kopf-Einkommen der neuen Bundesbürger deutlich an. Doch nach Abflauen der Sonderkonjunktur kam der Aufholprozess ins Stocken und fasste erst ab 2001 langsam wieder Tritt. Heute kommt der durchschnittliche Ostdeutsche auf gut zwei Drittel der westdeutschen Wirtschaftskraft.

Der bleibende Rückstand zeigt sich nirgends so deutlich wie bei den DAX-Konzernen: Kein einziges der 30 Unternehmen aus dem deutschen Aktienindex hat seinen Hauptsitz in Ostdeutschland. Immerhin sind mittlerweile viele Mittelständler in Ostdeutschland heimisch. Auch der Arbeitsmarkt steht heute besser da als noch vor einigen Jahren. Grund für diese Entwicklung sind allerdings nicht allein die wirtschaftlichen Erfolge, sondern auch, dass viele Ostdeutsche mangels Perspektiven ihr Land verlassen haben. Auch die Abwanderung mittlerweile gestoppt ist, wird sich der demografische Wandel in vielen ostdeutschen Regionen fortsetzen. Einzig attraktive Städte wie Leipzig, Dresden und Berlin haben gute Chancen, sich dem Trend zu widersetzen und auch künftig zu wachsen.

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Der Staat stellt viele Güter und Dienstleistungen zur Verfügung. Im Idealfall beschränkt er sich auf öffentliche Güter wie Straßen und Schulen, also Güter, die über den Markt gar nicht oder nur unzureichend bereitgestellt werden.

Neben der Bereitstellung öffentlicher Güter verfolgen Staaten in der Regel das Ziel, soziale Unterschiede durch Einkommensumverteilung zwischen den Schichten, Generationen und Regionen auszugleichen. Sogar zwischen verschiedenen Zeiträumen kann der Staat Einkommen umschichten, indem er in einer wirtschaftlich schwierigen Phase Schulden aufnimmt, die er in besseren Zeiten zurückzahlt. Auf diese Weise sollen konjunkturelle Schwankungen geglättet werden. Wie stark sich der Staat in all seinen Funktionen engagiert, lässt sich am Verhältnis seiner Ausgaben zum Bruttoinlandsprodukt ablesen. Die sogenannte Staatsquote beträgt in Deutschland knapp 50 Prozent, das heißt, etwa die Hälfte der Wirtschaftsleistung fließt durch die öffentlichen Hände.

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Das Institut der deutschen Wirtschaft befragt immer am Jahresende die Arbeitgeberverbände, um sich ein Bild von der Stimmung in der deutschen Wirtschaft zu machen.

Das Panel umfasst rund 50 Verbände aus allen wichtigen Branchen der deutschen Wirtschaft. Die IW-Forscher erfassen neben der aktuellen Stimmungslage auch die Zukunftsaussichten, indem sie die Verbandsvertreter nach ihren Erwartungen hinsichtlich der Produktion, der Investitionen und der Beschäftigung ihres Wirtschaftszweigs im kommenden Jahr befragen.

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Wirtschaftswachstum meint die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts, also des Wertes aller in einem Jahr produzierten Waren und Dienstleistungen. Wirtschaftswachstum steigert die Einkommen der Menschen und damit deren Lebensstandard.

Für das Wirtschaftswachstum gibt es zwei Quellen: Zum einen können die Menschen mehr Arbeitskraft und Kapital einsetzen. Längere Arbeitszeiten etwa sind ein Weg, der gerade in einer alternden und schrumpfenden Gesellschaft zielführend sein kann. Eine andere Möglichkeit ist es, die Effizienz zu steigern, also mit den eingesetzten Mitteln ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Dies ermöglicht vor allem der technische Fortschritt: Verbesserte Produktionsverfahren und neue Produkte treiben die wirtschaftliche Entwicklung. Dazu sind Investitionen in die “Köpfe” wichtig: in eine solide Schulausbildung, gute Universitäten und eine moderne betriebliche Weiterbildung. Ebenfalls notwendig sind beständige Investitionen in das Sachkapital, beispielsweise in neue Maschinen. Ob Anleger ihr Geld in Deutschland investieren und gut ausgestattete Arbeitsplätze schaffen, hängt aber auch von den Gewinnen ab, die sie hierzulande erwarten können. Um im Wettbewerb um das weltweit mobile Kapital bestehen zu können, muss Deutschland als Standort für Unternehmen attraktiv bleiben und günstige Voraussetzungen für Wirtschaftswachstum schaffen.

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