Die Verhaltensökonomik zeigt, dass Menschen moralischer agieren als es das Modell des Homo Oeconomicus nahelegt. Dennoch gerät die Moral regelmäßig mit ökonomischen Interessen in Konflikt, die sich aber häufig mit Hilfe der Wirtschaftsethik lösen lassen.

Unternehmerisches Gewinnstreben und die legitimen Interessen der Gesellschaft stehen nicht immer im Einklang. Die Konflikte können aber häufig auf konstruktive Weise überwunden werden, etwa indem der Staat regulierend eingreift (Ordnungsethik), indem Unternehmen Verantwortung übernehmen (Unternehmensethik) und indem sich Einzelne moralischer verhalten (Individualmoral).

Dass moralisches Verhalten keine Ausnahme darstellt, haben Verhaltensökonomen in Experimenten gezeigt. Sie entdeckten systematische Abweichungen vom Bild des nutzenmaximierenden Homo Oeconomicus: Beispielsweise belohnen Menschen faires Verhalten und bestrafen unfaires Verhalten, obwohl sie dafür Kosten zu tragen haben.

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Der Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) umschreibt die Verantwortung der Unternehmen für die Gesellschaft.

Nach den Finanz- und Wirtschaftskrisen und dem unmoralischen Handeln Einzelner fordert die Gesellschaft mehr mitverantwortliches Handeln von den Unternehmen. Gesellschaftliches Engagement soll neben das Hauptziel von Unternehmen treten, Konsumentenwünsche zu befriedigen und damit Gewinne zu erwirtschaften. Im Fokus stehen neben den Anteilseignern (Shareholdern) auch die Stakeholder, also Mitarbeiter, Kunden, Zulieferer und die Gesamtgesellschaft.

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Die Verhaltensökonomik beschäftigt sich mit menschlichem Verhalten in wirtschaftlichen Situationen. Ein Ergebnis der Disziplin ist, dass Menschen häufig im Widerspruch zur Modellannahme des Homo Oeconomicus agieren.

Verhaltensökonomen haben in Experimenten gezeigt, dass das Menschenbild vom Homo Oeconomicus nicht immer der Wirklichkeit entspricht. Vielmehr lassen sich systematische Abweichungen von diesem Bild des rationalen Nutzenmaximierers erkennen: Beispielsweise belohnen Menschen faires Verhalten und bestrafen unfaires Verhalten, obwohl sie dafür Kosten zu tragen haben. Die Verhaltensökonomik erforscht irrationales Verhalten und untersucht soziale Normen, also von weiten Teilen der Gesellschaft akzeptierte Verhaltensweisen. Dafür verbindet sie traditionelle wirtschaftswissenschaftliche Vorgehensweisen mit Methoden der Psychologie.

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Vertrauen und Lebenszufriedenheit hängen ebenso eng zusammen wie Vertrauen und Wirtschaftswachstum. Im Gegenzug kann Misstrauen Krisen auslösen und verstärken – wie zuletzt während der Eurokrise.

Das Sozialkapital einer Gesellschaft – Vertrauen, Bindungen und Normen – ist unerlässlich für ihren Zusammenhalt. Vertrauen in das politische System, die Wirtschaft und die Gesellschaft wirkt sich positiv auf Wachstum und Wohlstand aus. Im Alltag erleichtert Vertrauen wirtschaftliche Transaktionen wie Arbeitsverhältnisse und Einkäufe. In den Firmen kann eine vertrauensvolle Unternehmenskultur nicht nur die Reputation und den langfristigen Erfolg, sondern auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern.

Wie wichtig Vertrauen ist, fällt erst auf, wenn es missbraucht worden ist und fehlt. Die Eurokrise hat gezeigt, wie die Erosion des Vertrauens der Banken untereinander zu einer rigideren Kreditvergabe geführt hat. Die Finanzierungskosten der Unternehmen sind gestiegen und Investitionen ausgeblieben, was das gesamtwirtschaftliche Wachstum in Europa beeinträchtigt hat. Wie sich das Vertrauen in den vergangenen Jahren entwickelt hat und wie es heute darum bestellt ist, untersucht der Vertrauensindex.

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Die Wirtschaftsethik zeigt Wege auf, wie Konflikte zwischen moralischen Forderungen der Gesellschaft und ökonomischen Erfordernissen der Wirtschaft überwunden werden können.

Die Wirtschaftsethik sieht Wirtschaft und Moral nicht als Gegensätze, denn das Verfolgen des ökonomischen Eigeninteresses führt in der Gesamtheit über die „unsichtbare Hand des Marktes” zum Wohle der Allgemeinheit. Der Bäcker beispielsweise arbeitet nicht, um andere Menschen zu ernähren, sondern aus eigenem wirtschaftlichen Interesse.

In einzelnen Situationen können jedoch Konflikte zwischen unternehmerischem Gewinnstreben und legitimen Interessen der Gesellschaft auftreten. Diese lassen sich aber oft auf konstruktive Weise überwinden, etwa indem der Staat regulierend eingreift (Ordnungsethik), indem Unternehmen Verantwortung übernehmen (Unternehmensethik) und indem sich Einzelne moralisch verhalten (Individualmoral).

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Wer gesund ist, seinen Mitmenschen vertraut, ein erfülltes Berufsleben und familiären Rückhalt hat, ist in der Regel mit seinem Leben sehr zufrieden.

In Umfragen gibt in Deutschland etwa jeder Zweite an, mit seinem Leben in hohem Maße zufrieden zu sein. Die Einschätzungen schwanken im Laufe des Lebens: Junge Menschen und ältere kurz vor und nach dem Renteneintritt sind besonders zufrieden. Personen im Alter von 50 bis 60 und über 80 Jahren sind im Durchschnitt am unzufriedensten.

Deutliche Unterschiede gibt es auch zwischen Erwerbstätigen und Arbeitslosen. Der hohe Stellenwert der Arbeit für ein glückliches Leben lässt sich nicht alleine mit dem höheren Einkommen erklären. Arbeit ist mehr als der reine Broterwerb: Die berufliche Tätigkeit bietet die Möglichkeit zu gestalten und bindet die Menschen in soziale Zusammenhänge ein.

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Verbraucherschutz

Verbraucherschutz

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Wenn Menschen etwas kaufen oder Verträge unterschreiben, handeln sie nicht immer zum eigenen Vorteil. Verbraucherschutz bedeutet deshalb nicht nur, die Konsumenten vor den Produzenten zu schützen, sondern auch vor sich selbst.

Bisherige Maßnahmen zum Verbraucherschutz setzen vor allem auf die Aufklärung der Konsumenten. Wenn die Menschen über alle Produkteigenschaften detailliert Bescheid wissen, so die Annahme, treffen sie eine gute Kaufentscheidung. Empirische Untersuchungen der Verhaltensökonomik belegen allerdings, dass der Mensch nur begrenzt rational handelt – und das gilt auch für die Konsumentscheidungen. Zum Beispiel gibt es oft zu viele Informationen, die den Blick auf das Wesentliche verstellen. Der moderne Verbraucherschutz widmet sich auch dem Problem der eingeschränkten Rationalität. Die Idee dahinter ist, den Verbrauchern weiterhin die Entscheidung zu überlassen, diese aber zu verbessern.

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