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Verteilung und öffentliche Finanzen

Die staatlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen haben ein Volumen von knapp der Hälfte des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Nachdem der Gesamtstaat jahrzehntelang Defizite zu verzeichnen hatte, erzielte er vor der Coronakrise zuletzt Überschüsse. Dank niedriger Zinsen und steigender Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben musste Deutschland keine neuen Schulden machen. Doch die Coronakrise hat wieder zu steigenden Staatsausgaben, geringeren Steuereinnahmen und dadurch zu einer insgesamt höheren Staatsverschuldung geführt, allerdings ist der Spielraum für staatliche Investitionen durch die Schuldenbremse begrenzt. Aktuell hat Deutschland einen Schuldenstand von mehr als zwei Billionen Euro.

Einkommensverteilung Vermögen Armut Steuer- und Finanzpolitik Rente, Pflege, Kranken- und Arbeitslosenversicherung Grundeinkommen Staatsverschuldung

Über das Thema

Neben den offen ausgewiesenen Schulden schlummern im Sozialsystem implizite Schulden in Form von ungedeckten Leistungszusagen der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Derzeit gibt Deutschland etwa ein Drittel der Wirtschaftsleistung für Sozialleistungen aus und liegt damit bereits in der Spitze der Industrienationen. Im Zuge des demografischen Wandels werden die Sozialsysteme künftig sogar noch stärker beansprucht.

Über die Entwicklung der Einkommens- und Vermögensungleichheit wird in Deutschland viel und kontrovers diskutiert. Die Ungleichheit der verfügbaren Haushaltseinkommen in Deutschland liegt heute zwar höher als zu Beginn der 1990er Jahre, hat sich aber seit dem Jahr 2005 nicht mehr wesentlich verändert. Im internationalen Vergleich fällt sie gering aus. So beziehen die oberen zehn Prozent etwas mehr als 30 Prozent der Einkommen. Die vermögendsten zehn Prozent besitzen rund 60 Prozent des Gesamtvermögens. Die Vermögen sind demzufolge ungleicher verteilt als die verfügbaren Einkommen. Ganz so abgehoben, wie diese Zahlen nahelegen, ist die Oberschicht aber nicht: Ein großer Teil der Vermögen ist in Betrieben gebunden, die in Form von Arbeitsplätzen die Lebensgrundlage für viele Millionen Menschen schaffen.

Aufgrund des technischen Fortschritts suchen Unternehmen zunehmend nach höher qualifizierten Mitarbeitern – bei entsprechend höherem Gehalt. Gleichzeitig stehen Geringqualifizierte in größerer Konkurrenz mit Arbeitern aus dem Ausland. Wegen dieser und anderer Trends hat sich die Einkommensverteilung in Deutschland – wie in allen Industriestaaten – in den 1990er Jahren und bis zur Mitte der 2000er Jahre geweitet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern konnte Deutschland die Einkommensdrift zuletzt aber bremsen und auf dem Niveau von 2005 fixieren. Die gute wirtschaftliche Entwicklung und der beispiellose Abbau der Arbeitslosigkeit haben die Lebenssituation von Millionen Menschen verbessert und die Einkommensverhältnisse stabilisiert.

Der Staat greift in Deutschland stärker in die Einkommensverteilung ein als viele andere Staaten, sodass die Ungleichheit in Deutschland niedrig ist. So verworren die Effekte zur Umverteilung im Einzelnen sind, das Ergebnis ist eindeutig: Wer mehr verdient, erhält weniger staatliche Bezüge und zahlt höhere Abgaben. Umgekehrt erhalten die Bürger mehr Zahlungen vom Staat, je weniger sie verdienen. Die starken Schultern tragen somit eine höhere Last.

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Welche Haushalte gehören zur Einkommensspitze?
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Paarhaushalte ohne Kinder sind im oberen Einkommensbereich am häufigsten vertreten. Unter Ihnen verfügen DINK(Y)s – Double Income, No Kids (Yet) – also Haushalte, die nie Kinder hatten oder noch keine Kinder haben, im Durchschnitt über das höchste ...

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Alleinerziehende dürfen auf Steuerentlastung hoffen
Tobias Hentze IW-Kurzbericht Nr. 94 23. Dezember 2021

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Im Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP findet sich die Ankündigung, Alleinerziehende mit einer Steuergutschrift zu entlasten. Damit lösen die Parteien ihr Versprechen aus dem Bundestagswahlkampf ein. Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde bereits der ...

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Matthias Diermeier / Judith Niehues in Zeitschrift für Politikwissenschaft Externe Veröffentlichung 21. Dezember 2021

Ungleichheits-Schlagzeilen auf Bild-Online – ein Sprachrohr der Wertehierarchie?

Obwohl Arbeitslose und Menschen mit Migrationserfahrung signifikant häufiger von Armut bedroht sind als Ruheständler, erfährt eine wohlfahrtstaatliche Intervention für letztere Gruppe innerhalb der deutschen Bevölkerung wesentlich höheren Zuspruch. Der ...

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Seltener, aber länger krank
Jochen Pimpertz IW-Nachricht 13. Januar 2022

Seltener, aber länger krank

Im Schnitt waren Arbeitnehmer im Pandemiejahr 2020 seltener krank als in den Vorjahren: Masken, Abstandsregeln und Homeoffice schützen nicht nur vor Corona, sondern auch vor der üblichen Grippewelle. Allerdings dauerte die Genesung im Schnitt etwas länger. Gestiegen sind auch die Arbeitgeberkosten für die Lohnfortzahlung.

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Der Krankenstand in Deutschland
Fehlzeiten iwd 13. Januar 2022

Der Krankenstand in Deutschland

Das Coronavirus hinterlässt auch in der Krankenstandsstatistik seine Spuren – allerdings anders als vielleicht gedacht. Denn im Pandemiejahr 2020 ist der Krankenstand insgesamt leicht gesunken: Im Schnitt war jeder Arbeitnehmer in Deutschland 18,2 Tage krankgeschrieben, das geht aus der Auswertung der neuesten Zahlen des Dachverbands der Betriebskrankenkassen hervor. Weitere Daten und Fakten zum Krankenstand in Deutschland finden Sie in unseren interaktiven Grafiken.

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Ampel-Regierung vergisst die kalte Progression
Martin Beznoska / Tobias Hentze IW-Nachricht 4. Januar 2022

Ampel-Regierung vergisst die kalte Progression

Finanzminister Christian Lindner hat große Pläne: In einem Interview versprach er kürzlich Steuerentlastungen in Milliardenhöhe, allerdings erst ab 2023. Kleinere, schnell verfügbare Entlastungen wie der Ausgleich der kalten Progression bleiben derweil aus – insofern können Steuerzahler nur darauf hoffen, dass den Versprechen auch Taten folgen.

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Mit 3.700 Euro gehören Singles zu den einkommensreichsten zehn Prozent
Judith Niehues / Maximilian Stockhausen Pressemitteilung 29. Dezember 2021

Mit 3.700 Euro gehören Singles zu den einkommensreichsten zehn Prozent

Paare, die keine Kinder haben oder deren Kinder bereits ausgezogen sind und die keine Rentner sind, haben die besten Chancen zur Einkommensspitze zu zählen. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Ein Paar ohne Kinder gehört mit 5.550 Euro netto im Monat zum reichsten Zehntel.

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