Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt: Ein hoher Beschäftigungsstand und eine geringe Arbeitslosigkeit lassen sich mit der richtigen Politik erreichen.

Allerdings suchen trotz der Arbeitsmarkterfolge noch immer Millionen Menschen eine Stelle – und dass, obwohl im Zuge des demografischen Wandels Fachkräfte knapp werden. Auch in Zukunft bleibt deshalb das Ziel, die Erwerbsbeteiligung zu steigern, die berufliche Mobilität zu fördern, den Menschen den Einstieg zu erleichtern und die Fachkräftebasis der Wirtschaft zu sichern.

Derweil ändern sich die Anforderungen an die Beschäftigten rasant. Die Digitalisierung und die Internationalisierung prägen die Arbeitswelt. Zugleich stellen alternde und heterogene Belegschaften die Personalpolitik vor schwierige Aufgaben. Die Unternehmen sind dann gut gerüstet, wenn es ihnen gelingt, die unterschiedlichen Anforderungen auszubalancieren.

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Unbefristete Vollzeitjobs gelten als reguläre Arbeitsplätze. Alles andere wird meist als atypische Beschäftigung bezeichnet, manchmal auch als prekär: Zeitarbeit, Minijobs, Teilzeitarbeit, geringfügige Beschäftigung und befristete Stellen.

Die Zahl der atypisch Beschäftigten hat in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen – vor allem, weil viele Frauen eine Teilzeitstelle antraten. Dementsprechend ist der Anteil der regulären Stellen an allen Arbeitsplätzen auf rund die Hälfte gesunken. Die absolute Zahl der Vollzeitjobs ist aber nahezu konstant geblieben. Die atypischen Beschäftigungsverhältnisse sind also zusätzlich entstanden und haben die regulären Arbeitsplätze nicht verdrängt. Ganz überwiegend speist sich die atypische Beschäftigung aus der Arbeitslosigkeit und der stillen Reserve. Millionen Menschen fanden auf diese Weise den Einstieg in Arbeit.

Zu Unrecht gilt auch die Zeitarbeit als atypische Erwerbsform. Zeitarbeitnehmer sind vollwertige Arbeitnehmer, überwiegend sozialversicherungspflichtig, unbefristet vollzeitbeschäftigt, und sie genießen den gleichen Kündigungsschutz wie Arbeitnehmer in anderen Branchen.

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Jahrzehntelang stieg die Arbeitslosigkeit in der Rezession stark an und fiel im Aufschwung nicht mehr auf das Ausgangsniveau zurück. So baute sich ein immer größerer Sockel an Arbeitslosen auf. Dieses Muster wurde unter anderem dank der Hartz-Reformen durchbrochen.

Die Zahl der Arbeitslosen sank von 5 auf unter 3 Millionen Menschen. Doch an vielen Langzeitarbeitslosen gingen die Arbeitsmarkterfolge vorbei. Diese Menschen verfügen oft nicht über die erforderlichen Qualifikation oder haben ihre Fertigkeiten im Laufe der Arbeitslosigkeit verloren. Zudem lassen sich einfache Tätigkeiten leicht durch Maschinen ersetzen oder in Länder mit geringeren Lohnkosten verlagern. Nicht zuletzt ist der Abstand zwischen dem, was ein Geringqualifizierter verdienen kann, und den Transferleistungen, die ihm zustehen, in der Regel sehr gering. Somit ist der Anreiz, eine Arbeit aufzunehmen, mitunter nicht groß genug.

Auch gesetzliche Vorschriften stehen einer höheren Beschäftigung im Weg. Der Kündigungsschutz beispielsweise veranlasst die Unternehmen in Krisenzeiten zwar, Arbeitnehmer zu halten. Dafür stellen die Firmen aber in guten Zeiten nur zögerlich neue Kräfte ein.

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Menschen mit Behinderung sind deutlich häufiger arbeitslos als die übrige Bevölkerung. Häufig verringert die von Krankheiten und Rehabilitationen unterbrochene Erwerbsbiografie behinderter Menschen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Um trotz aller Schwierigkeiten möglichst vielen Betroffenen eine Teilhabe am Berufsleben zu ermöglichen, nimmt der Gesetzgeber die Unternehmen in die Pflicht. Firmen mit 20 und mehr Beschäftigten müssen 5 Prozent der Arbeitsplätze mit behinderten Menschen besetzen. Erfüllt ein Unternehmen diese Quote nicht, wird für jeden unbesetzten Pflichtplatz eine Ausgleichsabgabe fällig. Insgesamt kommt auf diesem Weg jährlich etwa eine halbe Milliarde Euro zusammen. Das Geld dient wiederum der beruflichen Integration Behinderter.

Manche Unternehmen scheuen eine Einstellung behinderter Menschen, weil sie deren Leistungsfähigkeit nicht einschätzen können. Auch der besondere Kündigungsschutz und der Anspruch auf Zusatzurlaub erweist sich oft als Hürde. Das größte Problem stellt allerdings noch immer der Mangel an Informationen dar. Diesen hilft das vom Bundesarbeitsministerium geförderte REHADAT zu beheben. Das Projekt bündelt Informationen für die Praxis der beruflichen Integration und klärt über Möglichkeiten und Chancen der beruflichen Teilhabe behinderter Menschen auf. Die Angaben zu technischen Hilfsmitteln sind auch in das europäische Netzwerk EASTIN eingebunden.

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Die betriebliche Personalpolitik dient dem Ziel, qualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren und zu binden. Der demografische Wandel erschwert diese Aufgabe zunehmend.

Mit der Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung altern auch die Belegschaften und der Wirtschaft stehen weniger nachrückende Kräfte zur Verfügung. Deshalb müssen sich die Unternehmen intensiver um die knapper werdenden Fachkräfte bemühen. Gerade unter Frauen gibt es noch ungenutzte Potenziale, denn in Deutschland sind sie seltener erwerbstätig als in vielen anderen Ländern.

Der Mangel an frisch ausgebildeten Mitarbeitern bedeutet für die betriebliche Personalpolitik, dass die Belegschaften verstärkt weitergebildet werden müssen, um den Wissensstand hoch zu halten. Damit die Mitarbeiter motiviert und produktiv bis zum Rentenalter arbeiten können, ist eine lebenszyklusorientierte Personalpolitik von zentraler Bedeutung.

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