Seit mehreren Jahren stagniert die deutsche Wirtschaft. Um die zentralen Aufgaben des Staates auch langfristig finanzieren zu können, muss die Wachstumsdynamik in den kommenden Jahren deutlich zunehmen.
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in: Thomas Mirow (Hrsg.): Kulturnation Deuschland: Die umkämpfte Moderne
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Seit mehreren Jahren stagniert die deutsche Wirtschaft. Um die zentralen Aufgaben des Staates auch langfristig finanzieren zu können, muss die Wachstumsdynamik in den kommenden Jahren deutlich zunehmen.
Der demografische Wandel wird die Ausgaben der sozialen Sicherungssysteme deutlich steigen lassen.1 Zugleich müssen die Verteidigungsausgaben, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, stark erhöht werden. Notwendige Investitionen in die Infrastruktur werden derzeit über ein schuldenfinanziertes Sondervermögen ermöglicht, dessen langfristige Tragfähigkeit allerdings ebenfalls Wirtschaftswachstum voraussetzt.
Die anhaltende Wachstumsschwache hat verschiedene Grunde.
Einer davon liegt darin, dass Deutschland bei wichtigen Innovationsindikatoren in den vergangenen Jahrzehnten an Boden verloren hat. Zwar sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) zwischen 2000 bis 2022 von 2,4 Prozent auf 3,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen. Andere Wettbewerber auf den globalen Märkten – 250 insbesondere Südkorea, die USA oder China – erhöhten ihre Forschungsausgaben jedoch weit starker. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei transnationalen Patentanmeldungen: Deutschlands Anteil sank zwischen 2000 und 2022 von 22 auf 15 Prozent. Während die USA ihren hohen Anteil von 25 Prozent im selben Zeitraum weitgehend verteidigen konnten, verzeichneten Südkorea und China – wenn auch ausgehend von einem geringeren Niveau als Deutschland – erhebliche Zuwächse.
Noch bedenklicher als der Rückblick auf die vergangenen zwei Jahrzehnte ist der Ausblick auf die demografische Entwicklung und das Kompetenzniveau der nachwachsenden Generationen. Im Unterschied zu vielen anderen wichtigen Konkurrenten ist Deutschland gleichzeitig mit zwei problematischen Entwicklungen konfrontiert: Zum einen ist die Gruppe der 15- bis 19-Jahrigen deutlich kleiner als jene der 60- bis 64-Jahrigen. Zum anderen sind die Mathematik-Kompetenzen der 15-Jahrigen zwischen den PISA-Erhebungen von 2012 und 2022 erheblich zurückgegangen.
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