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Vera Erdmann / Susanne Seyda Gutachten 4. April 2012 Engpassanalyse 2/2012: Fachkräfte sichern
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Vera Erdmann / Susanne Seyda Gutachten 4. April 2012

Engpassanalyse 2/2012: Fachkräfte sichern

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Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Viele Unternehmen berichten von Fachkräfteengpässen

Fachkräfteengpässe sind bereits in zahlreichen Berufen und Branchen akut und betreffen viele kleine und mittlere Unternehmen. Derzeit berichten bereits 30 bis 40 Prozent der KMU von großen oder mittleren Problemen bei der Besetzung offener Stellen für Fachkräfte. Im Gegensatz zu Großunternehmen beklagen sie insbesondere einen Mangel an Mitarbeitern mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung.

Die meisten Engpässe bestehen in gewerblich-technischen Berufen

Die Rekrutierungsschwierigkeiten sind in einigen Berufen besonders ausgerägt. Unter den zehn Berufen mit den größten Engpässen bei beruflich Qualifizierten finden sich neben Gesundheitsberufen mehrheitlich gewerblich-technische Berufe. Damit zeigt sich auch in diesem Qualifikationssegment ein MINT-Schwerpunkt bei den aktuellen Fachkräfteengpässen, der bereits für das Segment der hochqualifzierten Akademiker,Meister und Techniker vielfach belegt wurde. So beläuft sich die aktuelle MINT-Lücke im Dezember 2011 auf 179.000 Personen.

Es fehlen mehr Fachkräfte mit Berufsausbildung als Akademiker

Insgesamt erweisen sich die derzeitigen Fachkräfteengpässe bei beruflich Qualifizierten quantitativ bedeutsamer als diejenigen bei Hochqualifizierten. Während sich in der offiziellen Arbeitsmarktstatistik derzeit nur acht akademisch geprägte Berufsfelder mit Fachkräfteengpässen finden, die mindestens 1.000 Arbeitslose aufweisen, gibt es 46 entsprechende Engpassberufe für beruflich Qualifizierte. Zwar sind diese Qualifikationen leichter zu erwerben und flexibler durch Quereinsteiger zu besetzen, dennoch sollte die aktuelle Fachkräftediskussion angesichts der demografischen Entwicklung die Zielgruppe der beruflich Qualifizierten viel systematischer als bisher in den Blick nehmen. Hierzu will das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung einen Beitrag leisten.

KMU sind von Fachkräfteengpässen besonders betroffen

Kleine und mittlere Unternehmen sind von diesen Engpässen bei beruflich Qualifizierten besonders betroffen, weil die Mehrzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den gewerblich-technischen Engpassberufen in KMU tätig ist. So sind beispielsweise rund 70 Prozent der Elektroinstallateure und sogar 92 Prozent der Rohrinstallateure in KMU beschäftigt.

Strategische Personalarbeit als Lösungsansatz

Ein Ansatzpunkt zur Lösung der aktuellen Probleme besteht in der Entwicklung einer bedarfsgerechten strategischen Personalpolitik in kleinen und mittleren Unternehmen. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung steht KMU dabei zur Seite, indem es ihnen Informationen über die Fachkräftesituation auf Berufs- und Branchenebene zur Verfügung stellt und daraus resultierende Handlungserfordernisse aufzeigt, anwendungsorientierte Instrumente zur Fachkräftesicherung und zum Ausschöpfen vorhandener Potenziale entwickelt sowie Best Practice-Beispiele vorstellt.

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