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Kleine Idee mit großen Schwächen: Wirtschaftsminister Robert Habeck möchte ausländische Fachkräfte anlocken. Sein Vorschlag wird nicht helfen (© Gettyimages/Sean Gallup)
IW-Nachricht 10. Juli 2024 Wido Geis-Thöne

Steuerrabatte für ausländische Fachkräfte sind keine Lösung

Mit Steuervergünstigungen will die Bundesregierung ausländische Fachkräfte nach Deutschland locken. Damit verfolgt sie das richtige Ziel, setzt aber an der falschen Stelle an. Vor allem zu lange Visumverfahren bremsen den Zuzug nach Deutschland aus.

Um Wachstum und Wohlstand zu sichern, ist Deutschland dringend auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. So ist es schon heute in vielen Bereichen kaum möglich, alle offenen Stellen zu besetzen. Dabei kamen im letzten Jahrzehnt viele Arbeitskräfte aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten nach Deutschland, was angesichts des dort ebenfalls voranschreitenden demografischen Wandels in Zukunft kaum mehr der Fall sein wird. So ist es vollkommen richtig, die Zuwanderung von Fachkräften aus außereuropäischen Drittstaaten zu stärken. 


Zu viele bürokratische Hürden 

Die von der Bundesregierung geplanten Steuervergünstigungen sind hierfür allerdings nicht der richtige Weg. Zunächst ist fraglich, ob zuwanderungsinteressierte Personen im Ausland überhaupt von ihnen erfahren. Gleichzeitig können sie dazu führen, dass Fachkräfte Deutschland wieder verlassen, wenn sie mit jedem Jahr, das sie in Deutschland bleiben, mehr Steuern zahlen müssen. Auch werden mit den Steuererleichterungen inländische Beschäftigte schlechter gestellt. Das widerspricht der Steuergerechtigkeit, was auch der BDA zu bedenken gibt. Wirtschaftliche Anreize können das Problem, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen, ohnehin nicht lösen. Vielmehr ist das Visumverfahren viel zu kompliziert und langwierig, sodass ausländische Fachkräfte und Unternehmen keine Planungssicherheit für ihre Einreise haben.


Bessere Alternativen

„Mit den für die Steuererleichterungen vorgesehenen Haushaltsmitteln könnte man an anderer Stelle sehr viel mehr für die Erwerbszuwanderung erreichen“, sagt IW-Experte Wido Geis-Thöne. Insbesondere könnten die Goethe-Institute gestärkt werden, die mit ihren Sprachkursangeboten zuwanderungsinteressierte Personen auf die Einreise nach Deutschland vorbereiten. Zudem sollten Verwaltungsabläufe verbessert werden, was auch eine Frage von finanziellen Mittel ist.

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