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Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 10. November 2015

Ungewohnte Ruhe an der Rohstofffront

Nach dem deutlichen Preisrutsch an den internationalen Metallmärkten zwischen Mai und August haben sich die Notierungen in den vergangenen Monaten stabilisiert, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung.

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Industriemetallpreis-Index

Januar 1999=100, enthält die Rohstoffe gemäß ihres Anteils an den deutschen Importen

Der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) stellte sich im Oktober auf 284,0 Punkte und lag damit abermals nahezu unverändert. Im Vergleich zu September belief sich der Rückgang auf lediglich 0,6 Zähler, gegenüber August sogar nur auf 0,1 Punkte. Zwar kam es schon vor, dass das Preisbarometer in zwei aufeinander folgenden Monaten kaum Bewegung zeigte, aber noch nie drei Mal hintereinander. Ohne die leichten Bewegungen auf dem Devisenmarkt wäre der IMP-Index im Oktober nur auf 284,4 gefallen und damit im Vergleich zu September noch stabiler geblieben.

Der IMP-Index misst die Preisentwicklung der wichtigsten Metallimporte nach Deutschland auf Euro-Basis und stellt damit die Kostenbelastung der industriellen Metallverbraucher dar. Ein Niveau von 100 Punkten bildet die Kostensituation im Januar 1999 ab, was gleichzeitig dem geringsten Wert der gesamten Zeitspanne entspricht. Seinen bisherigen Höhepunkt erreichte der IMP-Index im Februar 2011 mit 447,6 Punkten. Danach bildete sich ein stabiler Abwärtskorridor, in dessen unterem Drittel sich der jüngste Wert von Oktober befindet. Inzwischen liegt das Barometer um knapp 37 Prozent unter seinem Rekordhoch.

Hinter der hohen Stabilität im Oktober verglichen mit September stehen jedoch sehr unterschiedliche Entwicklungen auf den einzelnen in Dollar rechnenden Metallmärkten. Die drei Indexschwergewichte Aluminium, Kupfer und Eisenerz, die zusammen zwei Drittel des IMP-Index ausmachen, haben sich zuletzt weiter verbilligt oder sind stabil geblieben. Dagegen sind die Preise der anderen Metalle zur gleichen Zeit unterschiedlich stark angestiegen.

Abwärts ging es mit dem Preis für Eisenerz; im Vergleich zum Vormonat betrug das Minus 7 Prozent. Innerhalb eines Jahres ist Eisenerz damit um mehr als ein Drittel billiger geworden. Bei Aluminium war der Rückgang sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich (-4,7 Prozent und - 22,1 Prozent) deutlich geringer. Kupfer als drittes Schwergewicht im Index ist zuletzt nur geringfügig billiger geworden, hat in den vergangenen zwölf Monaten aber auch mehr als 22 Prozent an Wert verloren.

Aufwärts ging es im Oktober mit den Edelmetallen Silber und Gold, die um 6,8 Prozent und 3,0 Prozent zulegten. Nickel kletterte um fast 4 Prozent, Blei und Zinn jeweils um gut 2 Prozent, und auch Zink ist etwas teurer geworden. Aber auch bei diesen Metallen stehen Verluste auf Jahressicht von 15 Prozent (Blei) bis 35 Prozent (Nickel) zu Buche. Lediglich Gold und Silber verloren in den vergangenen zwölf Monaten weniger als ein Zehntel ihres Wertes und erwiesen sich damit als relativ stabil.

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