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Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 21. November 2011

Metallpreise fallen um 10 Prozent

Die aktuelle Schuldenkrise, die eingetrübten Wachstumsaussichten und die Unsicherheiten an den Finanzmärkten haben sich auch in den Rohstoffpreisen niedergeschlagen.

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Zwischen September und Oktober ging der Industriemetallpreisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln um 10 Prozent zurück. So fiel er von seinem Septemberwert von 418,9 Punkten zum ersten Mal seit November letzten Jahres wieder unter die 400-Punkte-Marke. Mit 377,1 Punkten lag der Wert praktisch genauso hoch wie im Oktober vor einem Jahr. Damit hat sich der Preistrend bestätigt, der bereits Anfang des Monats zu beobachten war. Der Indexeinbruch um 41,9 Punkte ist der zweithöchste absolute Rückgang seit Beginn der Berechnungen von 1999. Nur einmal ging das Preisniveau deutlicher zurück: Um 58,9 Punkte brach der Wert im Oktober 2008 ein – direkt nach der Pleite von Lehman Brothers, die die Finanzkrise erheblich verschärft hatte. Damals entsprach dies jedoch einem Preissturz von fast 20 Prozent, dem zwei weitere Monate mit zweistelligen Kursrückgängen folgten. Aber auch wenn der Kurssturz vor drei Jahren noch drastischer war: Die aktuelle Preissenkung ist sowohl in absoluten Größen als auch relativ zum Preisniveau die stärkste seit der Lehman-Pleite.

Die günstigeren Kosten entlasten die Käufer auf breiter Front. Deutliche Preisnachlässe gab es vor allem beim Eisenerz, das im Oktober 15,1 Prozent billiger war als im Vormonat. Mit Kupfer ist ein weiteres Indexschwergewicht um 10,9 Prozent günstiger geworden. Silber ( 15,9 Prozent) und Zink ( 9,8 Prozent) sind ebenfalls deutlich gefallen. Gold, die vermeintlich sichere Geldanlage, ist 6 Prozent weniger Wert als im Vormonat.

Für die metallverarbeitende Wirtschaft hat die aktuelle Schuldenkrise damit immerhin einen kleinen Vorteil: Metalle können günstiger eingekauft werden als zuletzt. Trotzdem ist das Preisniveau weiterhin hoch. Nach der Lehman-Pleite fiel der IMP-Index Ende 2008 bis auf 180,3 Punkte. Heute sind Metalle immer noch doppelt so teuer wie vor drei Jahren. Von wirklich niedrigen Notierungen kann keine Rede sein. Ein Ende der Marktunsicherheiten und ein Anziehen der Weltkonjunktur können schnell neue Rekordpreise mit sich bringen.

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