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Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 12. März 2015

Euro-Schwäche ärgert Rohstoffverarbeiter

Für die Unternehmen in Deutschland, die auf den Einsatz von Industriemetallen angewiesen sind, haben sich die Rohstoffkosten weiter von der Entwicklung der Weltmarktpreise abgekoppelt, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung.

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Industriemetallpreis-Index

Januar 1999=100, enthält die Rohstoffe gemäß ihres Anteils an den deutschen Importen

 

Während sich im Februar der Abwärtstrend der Notierungen für Eisenerz oder Nickel fortgesetzt hat, hat auch der Euro im Vergleich zum Dollar weiter abgewertet. Die Euro-Preise vieler Metalle haben sich damit unter dem Strich kaum verändert.

Der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln), der die Kostenentwicklung der wichtigsten Metalle auf Euro-Basis misst, ist von Januar auf Februar lediglich um 0,3 Zähler zurückgegangen. Das aktuelle Niveau von 316,2 Punkten hat sich seit Oktober vergangenen Jahres mit Ausnahme eines kurzen Rückgangs im Dezember kaum verändert.

Entscheidend für die relative Stagnation in der jüngsten Zeit war die Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar. Bei konstantem Wechselkurs wäre der IMP-Index im Februar um 2,4 Prozent auf 308,8 Punkte gefallen. Die Diskrepanz zwischen der Entwicklung der in Dollar notierten Weltmarktpreise für Industriemetalle und Erze und der Entwicklung der Rohstoffkosten in Euro ist nicht neu: Hätte der Euro in den vergangenen zwölf Monaten nicht abgewertet, läge der Index heute bei 262,8 Punkten und damit gut 50 Zähler bzw. 17 Prozent unter dem aktuellen Wert. Das entspricht dem Preisniveau vom Herbst 2009. Damit ist für die Unternehmen, die in Dollar abrechnen, ein deutlicher Kostenvorteil entstanden.

In Euro gerechnet hat Eisenerz seinen Preisverfall fortgesetzt: Im Vergleich zum Vormonat war es gut 5 Prozent günstiger zu haben, innerhalb eines Jahres ist der Preis sogar um 37,5 Prozent gefallen. Auch Nickel ist zuletzt um 4 Prozent billiger geworden. Teurer wurden dagegen vor allem Aluminium (+ 2,6 Prozent) und Zink (+ 1,7 Prozent).

Wer in Dollar kalkuliert, profitiert hingegen von Preisrückgängen auf breiter Front. Spitzenreiter war auch hier Eisenerz mit einem Minus von 7,4 Prozent und einer Halbierung des Preises binnen eines Jahres. Seit dem Hoch im Februar 2011 hat Eisenerz sogar zwei Drittel seines Wertes verloren.

Wenn sich die Abwärtsbewegung auf den Metallmärkten verlangsamt und die Abwertung des Euro weiter voranschreitet, sind nennenswerte Kostenerhöhungen für Unternehmen im Euroraum und eine entsprechende Verschlechterung der Wettbewerbsposition gegenüber internationalen Konkurrenten, etwa im Dollarraum, zu befürchten.

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