Einkommensverteilung

Einkommensverteilung

Die Einkommensungleichheit nimmt in Deutschland wie auch in vielen anderen Industrienationen tendenziell zu. Allerdings greift der Staat so stark in die Verteilung ein, dass von einem Auseinanderdriften der Gesellschaft keine Rede sein kann.

Im Gegensatz zu den Markteinkommen ist der Unterschied zwischen den Nettoeinkommen zuletzt nahezu konstant geblieben. Denn einerseits zahlt der Staat Sozialleistungen wie Kindergeld, Renten, Arbeitslosengeld und Sozialhilfe. Andererseits erhebt die öffentliche Hand Steuern und Sozialabgaben – je höher das Einkommen, desto mehr muss der Bürger an den Fiskus bezahlen. Das oberste Zehntel der Einkommensbezieher schultert mehr als die Hälfte der Einkommenssteuerlast. Das untere Fünftel zahlt so gut wie gar keine Einkommenssteuer, bezieht aber einen Großteil der staatlichen Transfers.

Zu viel Umverteilung hat jedoch einen unerwünschten Nebeneffekt: Die Leistungsträger werden sich kaum ins Zeug legen, wenn der Staat sie um die Früchte ihrer Arbeit bringt. Nur wenn harte Arbeit, Wissen und Fähigkeiten belohnt werden, entsteht ein Anreiz, in die eigene Bildung und die der Kinder zu investieren. Letztlich ist auch den Einkommensschwächeren gedient, wenn die Leistungsbereitschaft der Starken erhalten bleibt. Denn in einer wachsenden Volkswirtschaft verbessern sich in der Regel auch die Einkommen der unteren Schichten. Das gilt auch dann, wenn die Einkommen der Besserverdiener schneller wachsen und die Einkommensverteilung im Ergebnis ungleicher wird.

Judith Niehues

Judith Niehues

Leiterin der Forschungsgruppe Mikrodaten und Methodenentwicklung

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Christoph Schröder

Christoph Schröder

Senior Researcher für Einkommenspolitik, Arbeitszeiten und -kosten

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Maximilian Stockhausen

Maximilian Stockhausen

Economist für Verteilung

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