1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Fachkräftemangel erklärt sich nicht über Ausbildungsqualität
Zeige Bild in Lightbox Fachkräftemangel erklärt sich nicht über Ausbildungsqualität
(© Foto: info@martinezel.de - Fotolia)
DGB Ausbildungsreport IW-Nachricht 4. September 2014

Fachkräftemangel erklärt sich nicht über Ausbildungsqualität

In seinem aktuellen Ausbildungsreport geht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit den ausbildenden Unternehmen hart ins Gericht. Er attestiert ihnen mangelnde Ausbildungsreife und nennt zuvorderst Probleme mit der Ausbildungsqualität als Ursache für den Fachkräftemangel in einigen Branchen. Doch diese Sichtweise ist zu einseitig.

Die Ausbildungsqualität ist zweifelsohne ein Schlüsselfaktor, wenn sichergestellt werden soll, dass es in Deutschland in Zukunft genügend Fachkräfte gibt. Denn nur wenn die Qualität stimmt, ist die Berufsausbildung eine attraktive Option für Jugendliche.

Nichtsdestotrotz ist es zu leicht, die Schuld für Fachkräfteengpässe im Umkehrschluss alleine den Unternehmen zuzuschieben: Demografisch bedingt gehen die Schülerzahlen in Deutschland zurück und immer mehr Jugendliche studieren. Diese beiden Tatsachen machen es den Unternehmern immer schwerer, genügend passende Bewerber zu finden – und das hat nichts mit der Qualität der angebotenen Ausbildung zu tun.

Zudem ist die DGB-Kritik aus anderem Grund nicht schlüssig: Auch in diesem Jahr bescheinigt der DGB eine besonders hohe Ausbildungsqualität für Industriemechaniker, Industriekaufleute, Bankkaufleute und Mechatroniker. Doch Industriemechaniker und Mechatroniker gehören laut einer aktuellen IW-Studie zu Fachkräfteengpässen in Unternehmen zu den Engpassberufen – an der Qualität der Ausbildung kann es in diesen Fällen aber nicht liegen.

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Arbeitsmarkt geht ohne Schwung ins neue Jahr
Franziska Arndt / Gero Kunath / Dirk Werner Gutachten 18. Mai 2024

KOFA Kompakt 5/2024: Arbeitsmarkt geht ohne Schwung ins neue Jahr

Die schwache konjunkturelle Entwicklung der deutschen Wirtschaft zu Beginn dieses Jahres schlägt sich auch im Arbeitsmarkt nieder. Während die Zahl an offenen Stellen im März 2024 im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken ist, hat sich die Zahl an Arbeitslosen ...

IW

Artikel lesen
Alexander Burstedde / Galina Kolev-Schaefer IW-Kurzbericht Nr. 27 12. Mai 2024

Die Kosten des Fachkräftemangels

Am deutschen Arbeitsmarkt fehlen derzeit etwa 573.000 qualifizierte Arbeitskräfte. Wenn Unternehmen diesen Fachkräftebedarf decken könnten, würde das deutsche Produktionspotenzial in 2024 um 1,1 Prozent oder 49 Milliarden Euro höher liegen. Bis zum Jahr 2027 ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880