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Jürgen Matthes Gutachten 29. Juni 2022 Internationale Risiken für bayerische Unternehmen 2022

Das Risikoumfeld für bayerische Unternehmen hat sich weiter verschärft. Pandemiebezogene Einschränkungen und Lieferkettenprobleme hielten länger an als erwartet und führen zu weiteren Kostensteigerungen und Versorgungsengpässen.

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Internationale Risiken für bayerische Unternehmen 2022
Jürgen Matthes Gutachten 29. Juni 2022

Internationale Risiken für bayerische Unternehmen 2022

Studie im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. vbw

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Das Risikoumfeld für bayerische Unternehmen hat sich weiter verschärft. Pandemiebezogene Einschränkungen und Lieferkettenprobleme hielten länger an als erwartet und führen zu weiteren Kostensteigerungen und Versorgungsengpässen.

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine verschärft diese Probleme zusätzlich. Das zeigt sehr deutlich eine aktuelle Umfrage unter bayerischen Unternehmen aus der Industrie und industrienahen Dienstleistungen.

Neue Risiken kommen hinzu, bisherige werden in zu geringem Maß abgebaut

Risiken mit Bezug zum Russland-Ukraine-Krieg rücken in der Risikogewichtung auf vordere Plätze. Ganz vorn stehen der Ausfall kritischer Infrastruktur, den 46 Prozent der Unternehmen als hohes Risiko ansehen, und strukturelle Kostensteigerungen, die 42 Prozent als hochgradig risikobehaftet ansehen. Platz drei (36 Prozent) belegt die Sorge um Rohstoffe. Die Pandemie ist auf den vierten Platz abgefallen (33 Prozent), es folgen Cyber-Kriminalität, die schon notorischen Lieferengpässe und geopolitische Risiken, die alle wiederum Kriegsbezug haben. Weitere schon früher abgefragte Faktoren werden mit wenigen Ausnahmen von einem ähnlich großen Anteil der Firmen wie in Vorjahren als hoch risikoreich angesehen. Neue Risiken kommen also hinzu und wirken als zusätzliche Belastungen in einem ohnehin schon sehr schwierigen Risikoumfeld.

Große und international tätige Unternehmen sind besonders risikosensibel

Die Risikoeinschätzung verschiedener Unternehmenskategorien unterscheidet sich wie im Vorjahr erheblich. Erneut sind Großunternehmen am risikosensibelsten, gefolgt von stark internationalisierten Firmen. Am anderen Ende des Spektrums stehen nicht internationalisierte Firmen, die sich von vielen Risiken deutlich weniger betroffen sehen. Bei einzelnen Faktoren wie der Rohstoffverfügbarkeit oder den Fachkräfte-Engpässen zeigen sich enorme Unterschiede in der Risikobewertung zwischen diesen Gruppen.

Unternehmensgruppen sind sehr unterschiedlich auf Risiken vorbereitet

Beim Vorbereitungsgrad auf Risiken schneiden Großunternehmen am besten ab, gefolgt von stark internationalisierten Firmen. Nicht international tätige Firmen sind weniger gut vorbereitet. Gleiches gilt für das Verarbeitende Gewerbe, obwohl diese Unternehmensgruppe besonders hohe Risiken wahrnimmt. Speziell bei Risiken mit Bezug zur Ukraine fällt hier ein relativ geringer Vorbereitungsgrad mit einer relativ hohen Risikoeinschätzung zusammen. Gruppenübergreifend relativ gut erscheint laut Selbsteinschätzung der Unternehmen der Vorbereitungsgrad auf Cyber-Risiken und Herausforderungen durch die Digitalisierung.

Wirtschaftspolitik muss das Risikomanagement der Unternehmen flankieren

Bei hoher ökonomischer Unsicherheit hat die Wirtschaftspolitik die wichtige Aufgabe, Risiken durch den Blick auf die risikosensiblen Unternehmen frühzeitig zu identifizieren, betriebliche Anpassungsstrategien zu flankieren und weitere Belastungen zu unterlassen. Ein besonderes Augenmerk muss denjenigen Faktoren gelten, bei denen die Unternehmen hohe Risiken sehen und zugleich nur einen begrenzten Vorbereitungsgrad erreichen. Kurzfristige Hilfen für Unternehmen gegen die direkten Folgen des Russland-Ukraine-Kriegs sind hier ebenso nötig wie mittelfristige Weichenstellungen zur Absicherung des deutschen industriellen Geschäftsmodells. Vor allem der Weg zur Energieabhängigkeit von Russland will wohlbedacht sein. Jenseits der akuten Faktoren sind auch die schon länger bekannten und unbewältigten Risiken zu adressieren, wie die erodierenden Standortbedingungen, die gefährdete Finanzstabilität oder die effektive Gestaltung der grünen und digitalen Transformation. Auch die Absicherung internationaler Handelsbeziehungen durch Abkommen und die Sicherheitsarchitektur der EU müssen konsequent ausgebaut werden

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