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Holger Schäfer IW-Trends Nr. 1 5. März 2019 Befristete Beschäftigung: Sprungbrett oder Sackgasse?

Die von der Bundesregierung angestrebten Einschränkungen der bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten zur Befristung von Arbeitsverträgen werden häufig damit begründet, dass betroffene Arbeitnehmer die resultierende Unsicherheit negativ wahrnehmen. Dabei wird unterstellt, dass eine gleichartige unbefristete Beschäftigung die überlegene Alternative darstelle.

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Sprungbrett oder Sackgasse?
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Befristete Beschäftigung: Sprungbrett oder Sackgasse?

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Die von der Bundesregierung angestrebten Einschränkungen der bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten zur Befristung von Arbeitsverträgen werden häufig damit begründet, dass betroffene Arbeitnehmer die resultierende Unsicherheit negativ wahrnehmen. Dabei wird unterstellt, dass eine gleichartige unbefristete Beschäftigung die überlegene Alternative darstelle.

Da die Arbeitskräftenachfrage der Betriebe aber zwischen flexibler und unflexibler Beschäftigung differenziert, muss in Betracht gezogen werden, dass in Abwesenheit von Befristungsmöglichkeiten entweder andere Flexibilisierungsinstrumente genutzt werden oder die Arbeitsnachfrage geringer wird. Die soziodemografische Gruppe, die am häufigsten von Befristungen betroffen ist, besteht aus jüngeren Arbeitnehmern im Kontext des Berufseinstiegs. Diese können bei einer Erschwerung von Befristungen Einstiegschancen in den Arbeitsmarkt verlieren. Dies zeigen Auswertungen des Sozio-oekonomischen Panels. Auch die Befürchtung, dass der Einstieg in eine befristete Beschäftigung keine Übergänge in unbefristete Beschäftigungsverhältnisse bietet und daher die Gefahr eines dauerhaften Verharrens in einer unsicheren sozialen Lage mit sich bringt, kann nicht verifiziert werden. Innerhalb einer Zeitspanne von drei Jahren wechselt über die Hälfte der befristet Beschäftigten in eine unbefristete Beschäftigung. Eine Analyse auf Basis eines Propensity Score Matching zeigt, dass die Aufnahme einer befristeten Beschäftigung für bis dahin inaktive Personen den unmittelbaren Arbeitsmarkterfolg begünstigt. Die Einsteiger in befristete Beschäftigung haben nach Ablauf von drei Jahren über sieben Monate länger in Vollzeitarbeit und sieben Monate weniger in Arbeitslosigkeit verbracht. Zudem haben sie ein um 32.000 Euro höheres kumuliertes Arbeitsentgelt erzielt als eine Kontrollgruppe gleichartiger Personen, die diesen Weg nicht gegangen ist.

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