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Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke / Enno Röben / Ruth Maria Schüler Gutachten 21. Mai 2019 MINT-Frühjahrsreport 2019: MINT und Innovationen – Erfolge und Handlungsbedarfe

Forschungsstarke Länder wie Südkorea (4,6 Prozent des BIP für FuE) oder Japan (3,2 Prozent) sind im internationalen Vergleich auch stark bei der MINT-Bildung, haben relativ zur Bevölkerung viele MINT-Hochschulabsolventen und hohe PISA-Kompetenzwerte der Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Naturwissenschaften.

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MINT und Innovationen – Erfolge und Handlungsbedarfe
Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke / Enno Röben / Ruth Maria Schüler Gutachten 21. Mai 2019

MINT-Frühjahrsreport 2019: MINT und Innovationen – Erfolge und Handlungsbedarfe

Gutachten für BDA, BDI, MINT Zukunft schaffen und Gesamtmetall

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Forschungsstarke Länder wie Südkorea (4,6 Prozent des BIP für FuE) oder Japan (3,2 Prozent) sind im internationalen Vergleich auch stark bei der MINT-Bildung, haben relativ zur Bevölkerung viele MINT-Hochschulabsolventen und hohe PISA-Kompetenzwerte der Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Naturwissenschaften.

Die EU erreicht lediglich FuE-Ausgaben in Höhe von 2,0 Prozent des BIP und liegt damit weit unter dem eigenen Lissabon-Ziel von 3,0 Prozent. Auch erreichen die Schulen in der EU nur unterdurchschnittliche PISA-Ergebnisse in MINT. China übertrifft mit FuE-Ausgaben in Höhe von 2,1 Prozent des BIP sogar bereits heute die EU und liegt bei den Schulen im Bereich MINT weit vorn. Die EU sollte an ihrem 3,0-Prozentziel festhalten, die Forschungsförderung und -anreize stark ausbauen und die MINT-Bildung stärker fördern.

In diesem Rahmen ist positiv zu bewerten, dass sich die Bundesregierung zum 3,5 Prozent-Ziel für Deutschland bekennt und eine steuerliche FuE-Förderung einführen möchte. Deutschland ist derzeit noch innovationsstark, hat aber unter anderem Nachholbedarf bei der Digitalisierung. Das zeigt ein internationaler Vergleich der angemeldeten Digitalisierungspatente. Sorge bereiten darüber hinaus die bestehenden MINT-Engpässe am Arbeitsmarkt. Allein die Umsetzung des 3,5-Prozent-Ziels bedeutet einen zusätzlichen Bedarf an 220.000 MINT-Kräften.

MINT-Lücke weiterhin hoch

Ende April 2019 waren in den MINT-Berufen insgesamt 478.300 Stellen zu besetzen. Im Vergleich zum April 2018 nahm damit die Anzahl der offenen Stellen in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen insgesamt leicht um 8.300 ab und erreicht den zweithöchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit in den MINT-Berufen im Vergleich zum Vorjahr in sämtlichen Berufsgruppen gesunken und lag bei insgesamt 168.645 Personen – ein Minus von rund 6.300 gegenüber dem Vorjahr. Dies ist der bisher niedrigste Stand in einem April.

Unter Berücksichtigung des qualifikatorischen Mismatches fehlten Ende April in allen 36 MINT-Berufskategorien insgesamt 311.300 Fachkräfte. Die Lücke hat damit knapp unter dem Vorjahreswert den zweithöchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht.

Rekordengpass in IT

In den zurückliegenden Jahren hat sich die Struktur der MINT-Lücke verändert. Vor allem IT-Kräfte werden aufgrund der Digitalisierung immer dringender gebraucht. Hier hat sich die Lücke in den vergangenen fünf Jahren von 19.000 im April 2014 auf 59.000 im April 2019 mehr als verdreifacht – Rekordwert und in der Tendenz stark steigend.

Zuwanderung ermöglicht Wachstum

Die Engpässe würden jedoch noch deutlich größer ausfallen, wenn nicht immer mehr ausländische Fachkräfte für Entlastung sorgen würden. Die Beschäftigungsdynamik ausländischer MINT-Arbeitskräfte lag im Vergleich zu ihren deutschen Pendants in sämtlichen MINT-Berufen seit Ende 2012 um ein Vielfaches höher.

Ohne diesen starken Anstieg wäre die Lücke heute nochmal um rund 209.300 Fachkräfte höher. Insgesamt würden dann bereits deutlich über 500.000 MINT-Kräfte hierzulande fehlen. Vor allem in akademischen MINT-Berufen hat die Zuwanderung stark zur Fachkräftesicherung beigetragen – die Lücke in den akademischen MINT-Berufen ist seit Ende 2012 dadurch nur langsam gestiegen.

Positive Effekte zeigt die Zuwanderung auch im Bereich der Forschung. Auswertungen der IW-Patentdatenbank zeigen, dass der Anteil der Erfinder mit ausländischen Wurzeln an allen Erfindern bei Patentanmeldungen (gemessen in Vollpatentäquivalenten) von 6,1 Prozent im Jahr 2005 auf 9,4 Prozent im Jahr 2016 gestiegen ist. Besonders hoch war die Dynamik unter Asiaten.

 

 

 

 

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