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Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 12. Oktober 2017

Auf die Metallverarbeiter kommen höhere Preise zu

Für die metallverarbeitende Industrie in Deutschland war der vergangene Monat ein vergleichsweise ruhiger – wenn man es von der Beschaffungsseite her betrachtet. Denn die durchschnittlichen Metallpreise haben sich im September praktisch nicht verändert, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsenzeitung

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Der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index), der monatlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) veröffentlicht wird, zog gegenüber dem Vormonatswert gerade einmal um 0,4 Punkte auf 336,5 Zähler an. Der IMP-Index misst die gewichtete Preisentwicklung der wichtigsten Importmetalle auf Euro-Basis. Wesentlichen Einfluss auf die Schwankungen des Index haben die Dollar- Notierungen an den Weltmetallmärkten sowie der Euro-Dollar-Wechselkurs.

Tendenzwende

Hinter der Stabilität im Berichtsmonat stehen drei unterschiedliche Entwicklungen: Eisenerz – eines der Schwergewichte im IMP-Index – war im Monatsvergleich günstiger geworden, wohingegen alle anderen Metalle an Wert zugelegt haben, und auch der Euro zeigte im Vergleich zum Dollar zunächst weiter Stärke. Die jüngste Abwertung der Gemeinschaftswährung, die seit ihrem Hoch von mehr als 1,20 auf rund 1,17 gefallen ist, wird sich erst bei der nächsten Ermittlung des IMP-Indexwertes richtig widerspiegeln. Unter dem Strich haben sich die drei Entwicklungen im September aber fast vollständig ausgeglichen.

Ohne die bis Mitte September anhaltende Euro-Stärke, also unter Ausschluss der Wechselkursentwicklung, wäre der IMP-Index nicht stabil geblieben, sondern um 1 % gestiegen. Fast ebenso groß war die Bedeutung der Verbilligung von Eisenerz. Wären diese beiden preisdämpfenden Effekte ausgeblieben, hätte das Preisbarometer zuletzt mit 342,3 Punkten notiert. Tatsächlich ist der Eisenerzpreis auf Dollar-Basis jedoch gegen den Trend um 6 % gefallen und damit wieder auf dem Niveau vom April angekommen.

In der Breite weiter aufwärts

Alle anderen Metalle sind in den vergangenen Wochen teurer geworden. Zink legte um 4,5 Prozent zu, Aluminium, Nickel und Silber jeweils um rund 3 Prozent. Auch Gold stieg mit einem Plus von 2,5 Prozent weiter an. Moderater war die Entwicklung bei Kupfer, Zinn und Blei; alle drei Metalle legten im Monatsvergleich um gut 1 Prozent zu. An den Metallmärkten war es also zuletzt nur oberflächlich betrachtet ungewöhnlich stabil. Der Aufwärtstrend des Preisniveaus, der seit dem jüngsten Tiefpunkt der Metallnotierungen im Januar 2016 besteht – damals lag der IMP-Index bei 260 Punkten –, ist jedoch ungebrochen.

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