In den vergangenen beiden Jahrzehnten hat sich der Personenverkehr in Deutschland verdoppelt und der Güterverkehr sogar verdreifacht. Die Verkehrsinfrastruktur wird jedoch seit langem auf Verschleiß gefahren.

Straßenschäden, Baustellen und Staus an den immer gleichen Engpässen prägen das Bild. Die Investitionen in die Verkehrswege bleiben hinter dem Bedarf zurück. Zuletzt haben Bund, Länder und Gemeinden nur ein Viertel dessen ins Straßennetz investiert, was sie an Steuern und Abgaben von den Autofahrern einnehmen. Trotz des gewachsenen Verkehrsaufkommens lagen die verkehrsbedingten Kohlendioxidemissionen zuletzt unter denen des Jahres 1990. Der technische Fortschritt hat den Durchschnittsverbrauch der Fahrzeuge deutlich gesenkt. Mit der Umstellung der Kraftfahrzeugsteuer auf Kohlendioxid als Bemessungsgrundlage wird diese Entwicklung weiter gefördert.

Weniger sinnvoll ist hingegen der CO2-Grenzwert der Europäischen Kommission für Pkw-Neuzulassungen. Auch die Beimischungspflichten für Biotreibstoffe sind keine sinnvolle Maßnahme, um den Kohlendioxidausstoß einzudämmen. Statt detailliert vorzuschreiben, wie die CO2-Emissionen der Fahrzeuge technisch reduziert werden müssen, sollte der CO2-Ausstoß besteuert werden. Die Bürger können dann selbst entscheiden, wie sie reagieren: durch den Kauf sparsamer Autos, durch weniger Fahrten oder durch Einsparungen an anderer Stelle.

Thomas Puls

Thomas Puls

Senior Economist für Verkehr und Infrastruktur

Tel0221 4981-766

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