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Deutschland ist für Großbritannien wichtigster Handelspartner in Europa. Foto: mikedabell/iStock

Das Vereinigte Königreich ist ein wirtschaftliches Schwergewicht: Zweitgrößte Volkswirtschaft Europas, fünftgrößte der Welt, Produktionsstandort zahlreicher Automobilhersteller und Heimat globaler Öl-Giganten. London ist zudem nach New York der zweitwichtigste Finanzplatz der Welt. Im Derivate- und Devisenhandel ist Großbritannien Weltmarktführer und nirgendwo in Europa sitzen mehr Private-Equity-Firmen und Hedgefonds als in London. Der Finanzsektor hat mit einem Anteil von 8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt eine große volkswirtschaftliche Bedeutung.

Europa und das Vereinigte Königreich sind eng miteinander verstrickt: Knapp die Hälfte der britischen Exporte gehen in die EU. Deutschland ist für Großbritannien wichtigster Handelspartner in Europa – und andersherum ist Großbritannien für Deutschland der drittwichtigste Exportmarkt. Am 23. Juni 2016 stimmten die Briten in einem Referendum mehrheitlich für den Austritt aus der Europäischen Union. Der angestrebte Brexit wird das Land und ganz Europa noch eine Weile beschäftigen.

Ansprechpartner

IW-Trends, 25. Juli 2017

Berthold Busch Produktions- und Lieferverflechtungen zwischen britischen Branchen, der EU und DeutschlandArrow

Geht es nach der britischen Regierung, wird das Vereinigte Königreich mit dem Austritt aus der Europäischen Union auch den Binnenmarkt und die Zollunion verlassen. Das bedeutet, dass der Warenhandel zwischen beiden Wirtschaftsräumen künftig durch nicht-tarifäre Handelshemmnisse, im schlimmsten Fall sogar durch Zölle behindert wird. Dies hat möglicherweise nicht nur Mehrkosten für den Endverbraucher zur Folge. mehr

Brexit
IW-Nachricht, 19. Juni 2017

Jürgen Matthes Brexit: Missverständnisse vermeidenArrow

Fast ein Jahr nach dem Referendum beginnen heute die Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU. Die Lage scheint vertrackt, doch in der öffentlichen Debatte wird die bisherige Position der britischen Regierung häufig missverstanden – und damit auch die Chancen für konstruktive Verhandlungen übersehen. mehr