Übernahmen und Beteiligungen durch ausländische Investoren haben in Deutschland im vergangenen Jahr zugenommen (PwC, 2018). Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) prognostiziert für 2018 insgesamt 838 Transaktionen. Im Jahr davor wurden 818 Projekte verzeichnet. Nur in 2016 wurden mit 883 Transaktionen noch mehr Beteiligungen und Übernahmen ermittelt. Zudem wurde im Jahr 2018 mit 490 Millionen Euro der höchste durchschnittliche Transaktionswert verzeichnet (ebenda).

Neben einer wachsenden Anzahl von Transaktionen war der Markt für Übernahmen und Beteiligungen jedoch auch zunehmend von staatlichen Eingriffen geprägt. Bereits 2017 wurde die Außenwirtschaftsverordnung verschärft, welche die Eingriffsmöglichkeiten der Bundesregierung bei ausländischen Übernahmen und Beteiligungen regelt (Rusche, 2018). Doch schon im Dezember 2018 wurden mittels dieser Verordnung die Eingriffsmöglichkeiten der Bundesregierung nochmals ausgeweitet. In besonders sensiblen Bereichen kann eine Transaktion nun bereits ab einer Beteiligung von 10 Prozent geprüft werden (BMWi, 2018). Zu den Bereichen, für die diese Schwelle anwendbar ist, zählen beispielsweise kritische Infrastrukturen und verteidigungsrelevante Unternehmen sowie Medienunternehmen. Auch auf Ebene der Europäischen Union wird aufgrund einer Initiative von Deutschland, Frankreich und Italien an neuen Regularien gearbeitet.

Doch die Regularien werden nicht nur verschärft, sondern die strengeren Regelungen kommen zunehmend auch zur Anwendung. So wurde die Übernahme der Firma Cotesa aus Sachsen durch einen chinesischen Investor im April 2018 erst nach mehrmonatiger intensiver Prüfung freigegeben. Zwei weitere chinesische Transaktionen wurden sogar verhindert. Die staatliche State Grid Corporation of China scheiterte gleich zweimal beim Einstieg in den deutschen Hochspannungsnetzbetreiber 50Hertz (Elia, 2018a). In diesem Zusammenhang musste die Kreditanstalt für Wiederaufbau sogar einen Anteil von 20 Prozent an 50Hertz übernehmen, um den chinesischen Staatskonzern nicht zum Zuge kommen zu lassen. Des Weiteren wurde die Übernahme des Ahlener Unternehmens Leifeld Metal Spinning unterbunden (Westfälische Nachrichten, 2018). Zwar wurde die Übernahme abgebrochen, nachdem die politischen Bedenken einen erfolgreichen Abschluss gefährdeten, zur Sicherheit wurde die Transaktion jedoch zusätzlich vom Kabinett verboten.