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Gutachten 29. März 2024 Gero Kunath / Jurek Tiedemann / Dirk Werner KOFA Kompakt 3/2024: Jahresrückblick 2023 – Rückgang der Fachkräftelücke, aber keine Entspannung

Nach jahrelangem Anstieg ist die Fachkräftelücke zurückgegangen. Im Vergleich zum Jahr 2022 ist die Anzahl an offenen Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte um 2,9 Prozent auf 1.299.940 gesunken.

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Jahresrückblick 2023 – Rückgang der Fachkräftelücke, aber keine Entspannung
Gutachten 29. März 2024 Gero Kunath / Jurek Tiedemann / Dirk Werner

KOFA Kompakt 3/2024: Jahresrückblick 2023 – Rückgang der Fachkräftelücke, aber keine Entspannung

Gero Kunath / Jurek Tiedemann / Dirk Werner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Nach jahrelangem Anstieg ist die Fachkräftelücke zurückgegangen. Im Vergleich zum Jahr 2022 ist die Anzahl an offenen Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte um 2,9 Prozent auf 1.299.940 gesunken.

Weniger offene Stellen und mehr Arbeitslose

Zeitgleich stieg die Anzahl an Arbeitslosen mit Qualifikation um 7,7 Prozent auf 1.041.890 an. Diese Entwicklung ist das Resultat einer eingetrübten Wirtschaftslage in Folge von anhaltenden Produktionsrückgängen, geopolitischer Risiken und einer wachsenden Verunsicherung.

Fachkräftelücke sinkt auf allen Anforderungsniveaus

Im Vergleich zum Jahr 2022 ist die durchschnittliche Anzahl offener Stellen, die nicht durch passend qualifizierte Arbeitslose besetzt werden kann gesunken. Besonders groß ist der Rückgang bei Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung sowie bei Expertinnen und Experten mit Diplom oder Masterabschluss. Beide verzeichneten einen Rückgang der Fachkräftelücke um knapp 11 Prozent. Auch für Spezialistinnen und Spezialisten mit Fortbildungs- oder Bachelorabschluss ging die Fachkräftelücke zurück. In absoluten Zahlen ist die Fachkräftelücke für Fachkräfte am größten. Hier konnten mehr als 147.000 offene Stellen rechnerisch nicht besetzt werden.

Expertinnen und Experten sind weiterhin besonders schwer zu finden

Besonders angespannt ist die Fachkräftesituation in der Rekrutierung von Expertinnen und Experten. Zwar ist die Stellenüberhangsquote im Vergleich zu 2022 gesunken, allerdings konnten im Jahr 2023 durchschnittlich mehr als fünf von zehn (55,8 Prozent) offenen Stellen rechnerisch nicht besetzt werden. Für Unternehmen ist es also trotz eines Rückgangs des Fachkräftemangels weiterhin schwer passend qualifizierte Arbeitskräfte zu finden.

Unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Berufen

Die Fachkräftelücke sank zwar über alle Anforderungsniveaus – nicht aber in allen Einzelberufen. Insbesondere in Verkehrsberufen stieg die Fachkräftelücke im Vergleich zum Vorjahr teilweise deutlich an. Innerhalb eines Jahres erhöhte sich die Fachkräftelücke bei Bus- und Straßenbahnfahrerinnen und Bus- und Straßenbahnfahrern um 1.695 auf 3.594 offene Stellen ohne passend qualifizierte Arbeitslose – ein Anstieg um 89,2 Prozent. Grund dafür war der erhöhte Fachkräftebedarf im Zuge der Mobilitätswende sowie des fortschreitenden demografischen Wandels in der Branche. Es gab aber auch Berufe, in denen die Fachkräftelücke deutlich zurückging. Die stärkste Abnahme war im Vertrieb (außer Informations- und Telekommunikationstechnologien) zu verzeichnen, wo sich die Fachkräftelücke im Vergleich zu 2022 um 74,6 Prozent drastisch verringert hat. Dennoch gibt es dort weiterhin mehr als 19.000 offene Stellen, von denen 1.929 rechnerisch nicht besetzt werden konnten.

Fachkräftesituation in Gesundheits- und Sozialberufen weiter angespannt

Bei den Berufen mit den größten Fachkräftelücken zeigt sich, dass insbesondere in Gesundheits- und Sozialberufen qualifiziertes Personal gesucht wird – und zwar auf allen Anforderungsniveaus. Durchschnittlich fehlten im Jahr 2023 in der Gesundheits- und Krankenpflege 17.656 und in der Altenpflege 15.230 Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung. Bei den Spezialistinnen und Spezialisten in der Kinderbetreuung und -erziehung konnten von insgesamt 30.311 offenen Stellen 20.875 nicht besetzt werden. Dies ist zugleich die größte Fachkräftelücke aller Einzelberufe im Jahr 2023. Auf dem Anforderungsniveau der Expertin bzw. des Experten fehlten in Gesundheits- und Sozialberufen insbesondere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen. Mehr als 75,6 Prozent der insgesamt 26.141 offenen Stellen in diesem Beruf konnten rechnerisch nicht besetzt werden.

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Gutachten 29. März 2024 Gero Kunath / Jurek Tiedemann / Dirk Werner

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