Die Spielemesse Gamescom zieht Besucher aus aller Welt an. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wie dynamisch der Games-Markt tatsächlich ist – und dass das Geschäftsmodell Plattform auch hier dominiert.
Gamescom: Milliardenmarkt für Plattformen
Die Gamescom ist die größte Spielemesse weltweit: Hier treffen mehr als 1.000 Aussteller auf rund 370.000 Besucher. Dahinter steht ein riesiger Markt, an dem vor allem die Hersteller von Konsolen, aber auch digitale Plattformen verdienen. Die Branche zählt allein in Deutschland rund 34 Millionen Kunden. Das umsatzstärkste Unternehmen ist in Bezug auf Computer- und Videospiele ohne Hardware der chinesische Konzern Tencent, dem nach der Übernahme von Riot Games auch der Spielehit „League of Legends“ gehört. Tencent erwirtschaftete mit Computer- und Videospielen im vergangenen Jahr rund 19,7 Milliarden US-Dollar. An zweiter Stelle kommt Sony, an dritter Microsoft.
In-Game-Verkäufe treiben Umsätze
Auch die Giganten Google und Apple verdienen an den Gamern: Sie generieren ihre Spiele-Umsätze vor allem über sogenannte In-Game-Verkäufe. Wenn ein Nutzer einer App beispielsweise Erweiterungen kauft, fließt ein Teil des Umsatzes an die Spieleentwicklern und ein Teil an den Betreiber der jeweiligen Plattform, auf der das Spiel vertrieben wird.
Plattform-Geschäftsmodelle wachsen schnell
Insgesamt wächst die Branche rasant. Dafür sorgt vor allem das Plattform-Geschäftsmodell: Plattformen wie die Playstation oder Apples App-Store wachsen mit ihren Nutzern und können so im Vergleich zu vielen anderen Geschäftsmodellen ihre Marktmacht schnell ausbauen. Deutsche Unternehmen spielen hier aktuell nur eine kleine Rolle. „Hier brauchen wir eine bessere Wettbewerbsfähigkeit“, sagt IW-Ökonomin Vera Demary. „Nur mit einer gezielten Finanzierungsförderung und den geeigneten Fachkräften haben deutsche Unternehmen eine Chance in diesem dynamischen Umfeld.“
Vera Demary / Henry Goecke: Dynamisch und digital – Die Games-Branche
IW-Kurzbericht
Wie sehr trifft der Wettbewerbsdruck aus China die deutsche Autoindustrie?
Chinesische Autohersteller bauen ihre Marktanteile in Europa aus. Im Handelsblatt-Podcast „Economic Challenges“ analysieren IW-Direktor Michael Hüther und Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup die Zukunft des deutschen Automobilstandorts.
IW
Hybride Bedrohungen treffen deutsche Unternehmen
Ob Drohnenangriffe, Anschläge auf die Energieinfrastruktur oder Desinformationskampagnen: Hybride Angriffe sind bei deutschen Unternehmen angekommen.
IW