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Wettbewerb in der Gesetzlichen Krankenversicherung IW-Nachricht 6. Januar 2017

Regionale Vorherrschaft schadet

In vielen Regionen Deutschlands dominieren einzelne Krankenkassen den Markt. Das sollte aber nicht zulasten der Versicherten gehen. Eine wichtige Rolle spielt deshalb der kassenindividuelle Zusatzbeitrag. Denn Preisunterschiede zwischen den einzelnen Kassen signalisieren, wann sich ein Wechsel lohnt.

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In manchen Bundesländern erreichen einzelne Ortskrankenkassen bereits Marktanteile von mehr als 40 Prozent – das geht aus einer Studie zur Marktkonzentration in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hervor. Besonders betroffen sind Süd- und Ostdeutschland. Zwar muss das den Versicherten nicht schaden, denn auf regional begrenzten Versorgungsmärkten können mitgliederstarke Kassen zum Beispiel gut über Arzneimittelrabatte verhandeln.

Doch durch die dominante Stellung einzelner Kassen kann sich der Wettbewerbsdruck in der Branche langfristig verringern – auch zulasten der Versicherten. Denn wenn die ungleichen Konkurrenten nicht mit der gleichen Marktmacht auf die Kostenbremse drücken können, sinkt auch beim lokalen Marktführer die Motivation, für einen möglichst niedrigen kassenindividuellen Zusatzbeitrag zu sorgen. Dabei soll gerade die Preisdifferenz zwischen den einzelnen Kassen offenbaren, wann sich für die Versicherten ein Kassenwechsel lohnt.

Allerdings sollte die Politik nicht gleich regulatorisch eingreifen. Hilfreich wäre vielmehr, den von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu gleichen Teilen finanzierten Beitragssatz konstant zu halten. Perspektivisch würde damit die Bedeutung des kassenindividuellen Zusatzbeitrags – also der sichtbaren Preisunterschiede zwischen den gesetzlichen Kassen – zunehmen. Das erhöht den Wettbewerbsdruck und diszipliniert auch die Anbieter mit einer großen Marktmacht.

Gänzlich kontraproduktiv ist dagegen die Idee, den Zusatzbeitrag aufzugeben und die Arbeitgeber die Hälfte des Gesamtbeitrags zahlen zu lassen. Denn die Unternehmen haben wenig Spielraum, die dadurch steigenden Arbeitskosten auf ihre Preise an den umkämpften Märkten zu überwälzen. Am Ende sind es dann wieder die Beschäftigten, die die Zusatzkosten erwirtschaften müssen. Darüber hinaus würde eine vollständig paritätische Finanzierung die Kostenunterschiede zwischen den Krankenkassen verschleiern, weil ja nur die Hälfte der Preisdifferenz auf dem Lohnzettel erscheint. Das senkt den Anpassungsdruck für AOK & Co., statt den Wettbewerb im Sinne der Versicherten zu intensivieren.

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