Im internationalen Vergleich muss Deutschland bei der Bildung zulegen, zeigt der neue OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick“. Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, sind gezielte Investitionen in Bildung und Forschung nötig. Die Ausgaben dafür sollten von rund neun auf zehn Prozent des BIP erhöht werden.
Bildung: Gezielte Investitionen nötig
Der Anteil der jungen Erwachsenen mit einem Hochschulabschluss ist in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen, der Fortschritt stagniert aber in jüngster Vergangenheit, zeigt ein neuer OECD-Bericht. Insgesamt gelingt es Deutschland zu wenig, den Zusammenhang von Bildungsergebnissen und sozialer Herkunft zu lockern. Unterm Strich reichen die bisherigen Investitionen der Bildungspolitik nicht aus, um die Teilhabechancen junger Menschen ausreichend zu sichern. Dabei gibt es schon heute einen steigenden Bedarf an Fachkräften – insbesondere in den MINT-Berufen. Nach IW-Berechnungen fehlen aktuell rund 59.000 IT-Experten.
Ausgaben für Bildung und Forschung auf zehn Prozent des BIP erhöhen
Um die Digitalisierung, den Klimawandel und demografische Hürden zu meistern, sind deshalb gezielte Investitionen in Bildung notwendig. Nach Angaben der KfW gibt es an Schulen einen Investitionsbedarf von rund 43 Milliarden Euro, für die Kitas wären 7,5 Milliarden Euro notwendig. Mit frühkindlicher Bildung und Sprachförderung sollten die Jüngsten stärker gefördert werden. Dafür braucht es auch mehr Erzieher in den Kitas und zusätzliche Plätze für unter Dreijährige.
Schulen brauchen zusätzliche Bildungsimpulse, beispielsweise durch Ganztagsschulen. Darüber hinaus fehlen den Schulen und Betreuungseinrichtungen die finanziellen Mittel, um eine gute Integrationsförderung zu gewährleisten. Für mehr Qualität im Bildungssystem braucht es außerdem vergleichbare Bildungsstandards, Vergleichsarbeiten und mehr Autonomie für die Schulen. Auch die Digitalisierung muss Alltag in den Schulen werden: Digitale Arbeitsplätze für Lehrkräfte und die Ausstattung aller Klassen mit der erforderlichen Hard- und Software wären ein Anfang. Auch Hochschulen müssen verstärkt im Bereich IT und Digitalisierung gegründet und ausgebaut werden. „Besonders im ländlichen Raum gibt es Nachholbedarf“, sagt IW-Bildungsexperte Axel Plünnecke. „Derzeit gibt die Regierung rund neun Prozent des BIP für diesen gewaltigen Kraftakt aus – zehn Prozent wären eigentlich notwendig.“
Fortbildung als überzeugende Erwerbs -, Verdienst - und Karriereperspektive
Die Höhere Berufsbildung ist ein eigenständiger Bildungsweg, der auf einer anerkannten Berufsausbildung aufsetzt und in Analogie zu Bachelor- und Masterabschlüssen an Hochschulen eigenständige berufliche Karriereperspektiven eröffnet.
IW
Ausbildung erfolgreich gestalten vom Marketing bis zur Übernahme
Die betriebliche Ausbildung ist ein zentraler Hebel der Fachkräftesicherung. Am Anfang der Investition in künftige Nachwuchskräfte steht die Ansprache und Gewinnung von neuen Auszubildenden. Für viele Unternehmen ist es eine Herausforderung, angebotene Ausbildungsplätze passend zu besetzen.
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