Dieser Deal sorgt für Kritik: Der Rüstungskonzern Rheinmetall wird Sponsor von Borussia Dortmund. Im Interview mit ZDFheute live ordnet IW-Ökonom Klaus-Heiner Röhl den umstrittenen Deal ein und was sich der Konzern davon erhofft.
Neuer BVB-Sponsor: „Es geht um Imagewerbung”
Nur wenige Tage vor dem Champions-League-Finale hat Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund mit einem Sponsoring-Deal für Aufsehen gesorgt. Der Rüstungskonzern Rheinmetall unterstützt den BVB in den kommenden drei Jahren. Laut "Handelsblatt" geht es um einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag pro Jahr. Rheinmetall wird zum "Champion Partner" des BVB, also zum finanziell besonders wichtigen Sponsor. Diese Entscheidung stößt auf Kritik.
Was glauben Sie, wie der Deal zustande kam?
Ja, das ist natürlich schon sehr neu für Deutschland. Wir sehen einen Paradigmenwechsel seit dem russischen Krieg gegen die Ukraine. Verteidigung und Sicherheit haben einen viel höheren Stellenwert. Nur so ist es überhaupt denkbar, dass ein Fahrzeug- und Rüstungskonzern nun als Sponsor eines wichtigen Fußballklubs auftritt.
Es geht natürlich darum, das Image weiter zu verbessern. Aber auch, dass der BVB bereit ist, mit einem Unternehmen wie Rheinmetall zusammenzuarbeiten, ist halt schon sehr interessant.
Welche wirtschaftlichen Vorteile erhofft sich denn Rheinmetall?
Rheinmetall ist wirtschaftlich auf einem sehr guten Kurs. Auch wenn Deutschland eines der Länder ist, die am wenigsten Neubestellungen gemacht haben. Da Rheinmetall weltweit aktiv ist, sind da insgesamt schon viele Aufträge reingekommen - der Aktienkurs massiv gestiegen.
Ich glaube, dabei geht es auch vielleicht sogar mehr um Mitarbeiterwerbung. Es geht gar nicht so sehr darum, vielleicht finanzmarktorientiert das Unternehmen noch bekannter zu machen. Es ist am Aktienmarkt und dementsprechend hoch bewertet. Es geht um generelle Imagewerbung, aber vielleicht auch um Mitarbeiterwerbung.
Warum ist es den Rüstungskonzernen so wichtig, ihre Aktien als nachhaltig anerkennen zu lassen?
Ja, es geht aber nicht nur um die Aktien. Es geht auch um die Bankenfinanzierung, also um die Kredite, die die Unternehmen aufnehmen. Generell ist es so, dass die Unternehmen ja sozusagen finanzmarktseitig in nachhaltig und nicht-nachhaltig eingeteilt sind.
Und viele Fonds dürfen nur in nachhaltige Unternehmen investieren. Das heißt, die Rüstungsindustrie, allerdings auch viele Maschinenbauer, die in verschiedene Bereiche zuliefern, haben große Probleme damit.
Zum Interview auf zdf.de

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