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Susanne Seyda / Beate Placke IW-Trends Nr. 4 4. Dezember 2017 Die neunte IW-Weiterbildungserhebung: Kosten und Nutzen betrieblicher Weiterbildung

Rund 85 Prozent der Unternehmen in Deutschland waren im Jahr 2016 in der Weiterbildung aktiv. Sie nutzen einen breiten Methodenmix, um ihre Mitarbeiter zu qualifizieren.

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Kosten und Nutzen betrieblicher Weiterbildung
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Rund 85 Prozent der Unternehmen in Deutschland waren im Jahr 2016 in der Weiterbildung aktiv. Sie nutzen einen breiten Methodenmix, um ihre Mitarbeiter zu qualifizieren.

In den letzten Jahren ist vor allem eine Zunahme der informellen Formen der Weiterbildung – Informationsveranstaltungen, Lernen im Arbeitsprozess und selbstgesteuertes Lernen mit Medien – zu beobachten. Die deutsche Wirtschaft hat im vergangenen Jahr 33,5 Milliarden Euro in Weiterbildung investiert. Davon entfallen 17,6 Milliarden Euro auf direkte Kosten wie Teilnahmegebühren oder Aufwendungen für Dozenten. Das sind nominal gut 11 Prozent mehr als im Jahr 2013. Durchschnittlich hat sich jeder Mitarbeiter 17,3 Stunden weiterqualifiziert. Kleine Unternehmen sind zwar seltener weiterbildungsaktiv, aber wenn sie ihre Mitarbeiter weiterbilden, dann investieren sie mehr Zeit und Geld pro Kopf als größere Unternehmen. Freiwillige Vereinbarungen, die die spezifischen Gegebenheiten des Unternehmens berücksichtigen können, stehen ebenso wie die Bindung an einen Tarifvertrag, der einen übergeordneten Rahmen für die Qualifizierung liefern kann, in einem positiven Verhältnis zum Weiterbildungsengagement.

Alle drei Jahre befragt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) Unternehmen zu deren Weiterbildungsaktivitäten, Motiven und Hemmnissen sowie zum Investitionsvolumen in betriebliche Weiterbildung (Seyda/Werner, 2014). Die vorliegende neunte IW-Weiterbildungserhebung erfolgte erneut als Online-Befragung. Zwischen März und Juli 2017 wurden über 30.000 Unternehmen mit mindestens einem Mitarbeiter per E-Mail um ihre Teilnahme gebeten. Insgesamt haben sich 1.706 Unternehmen an der Befragung beteiligt. In den befragten Unternehmen waren Ende 2016 insgesamt 900.626 Beschäftigte inklusive Auszubildende oder knapp 3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland tätig. Zusätzlich zu den Einschätzungen der Unternehmen zum Stand und der Entwicklung der betrieblichen Weiterbildung im Geschäftsjahr 2016 wurden auch Strukturdaten der Unternehmen erhoben. Bei den angeschriebenen Unternehmen handelt es sich um eine geschichtete Zufallsstichprobe, um sowohl für kleinere als auch für größere Unternehmen Aussagen treffen zu können. Zur Ermittlung repräsentativer Ergebnisse für die Unternehmen in Deutschland wurden die Daten auf Basis des Unternehmensregisters nach Branche und Größe hochgerechnet.

Die IW-Weiterbildungserhebung behandelt ausschließlich Fragen der betrieblichen Weiterbildung. Es könnte zu Verzerrungen kommen, wenn sich weiterbildungsaktive Unternehmen aufgrund eines höheren Interesses an der Thematik häufiger an der Befragung beteiligt hätten als inaktive Unternehmen. Daher wurde im IW-Personalpanel der IW Consult GmbH, einer Mehr-Themen-Befragung zu personalpolitischen Themen, im Frühjahr 2017 ebenfalls die Frage gestellt, ob die Unternehmen ihren Mitarbeitern Weiterbildung ermöglichen. Die dort erhobene leicht niedrigere Weiterbildungsquote wurde bei der Hochrechnung der Ergebnisse der neunten IW-Weiterbildungserhebung als Korrekturfaktor mit einbezogen.

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