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Sibylle Stippler / Alexander Burstedde / Annina Hering / Anika Jansen / Sarah Pierenkemper Gutachten 28. März 2019 KOFA-Studie 1/2019: Wie Unternehmen trotz Fachkräftemangel Mitarbeiter finden

Unternehmen haben immer größere Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden. Dies zwingt sie, beim Recruiting neuer Mitarbeiter*innen neue Wege zu gehen. Die vorliegende Studie basiert auf einem gemeinsamen Forschungsvorhaben der Jobseite Indeed, der Zeitschrift Personalwirtschaft und des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) des Instituts der deutschen Wirtschaft.

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Wie Unternehmen trotz Fachkräftemangel Mitarbeiter finden
Sibylle Stippler / Alexander Burstedde / Annina Hering / Anika Jansen / Sarah Pierenkemper Gutachten 28. März 2019

KOFA-Studie 1/2019: Wie Unternehmen trotz Fachkräftemangel Mitarbeiter finden

Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) in Zusammenarbeit mit der Jobseite Indeed und der Zeitschrift Personalwirtschaft

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Unternehmen haben immer größere Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden. Dies zwingt sie, beim Recruiting neuer Mitarbeiter*innen neue Wege zu gehen. Die vorliegende Studie basiert auf einem gemeinsamen Forschungsvorhaben der Jobseite Indeed, der Zeitschrift Personalwirtschaft und des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Bisherige KOFA-Studien untersuchten den Fachkräftemangel primär anhand von Daten der Bundesagentur für Arbeit (z. B. Risius et al., 2018). Da Recruiting heutzutage häufig online ohne Einbindung der Arbeitsagenturen läuft, wurden in dieser Studie erstmals Online-Stellenanzeigen und Klicks anhand der Daten von Indeed ausgewertet, um den Fachkräftemangel aus einem neuen Blickwinkel betrachten zu können.

Anschließend wurde mittels einer Unternehmensbefragung der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen der Fachkräftemangel auf die Personalgewinnung der Unternehmen hat und wie Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels Mitarbeiter*innen gewinnen. Die Unternehmen wurden auch nach ihren Recruiting-Strategien und deren Erfolg befragt. Ein Fokus lag hierbei auf Maßnahmen der strategischen Personalplanung.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Die Analyse der Online-Stellenanzeigen und des Klickverhaltens auf Indeed zeigt große Unterschiede zwischen den Bundesländern und sieben ausgewählten Berufen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Unternehmen in ländlichen Regionen ihre Stellen seltener online ausschreiben. Weiterhin sind in vielen Regionen kaum noch Arbeitslose vorhanden, jedoch sehr wohl an einem Jobwechsel interessierte Beschäftigte.
  • In über 90 Prozent aller befragten Unternehmen ist das Thema Fachkräftemangel präsent. 41 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen den vorhandenen Fachkräftemangel sogar als dringlich oder existenziell für ihr Unternehmen.
  • 70 Prozent der befragten Unternehmen geben an, bestimmte Mitarbeitergruppen besonders dringend zu suchen. Besonders häufig suchen Unternehmen Mitarbeiter*innen im Bereich der IT-Dienstleistungen (29 Prozent). Fünf Prozent aller befragten Unternehmen haben die Suche nach passenden Fachkräften aufgegeben.
  • Trotz Fachkräftemangel ist strategische Personalplanung in vielen Unternehmen noch nicht verankert. Zwar gibt fast jedes zweite vom Fachkräftemangel betroffene Unternehmen (49 Prozent) an, eine strategische Personalplanung zu betreiben – bei den Unternehmen ohne Fachkräftemangel trifft jedoch nur jedes dritte (36 Prozent) vorausschauende Annahmen über Personalengpässe, Talentbedarf, Fluktuation und Pensionierungen.
  • Das Thema Recruiting ist für Unternehmen in den letzten Jahren relevanter geworden. So hat mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (54 Prozent) die Anzahl der Personen im Unternehmen, die sich hauptsächlich mit dem Thema Recruiting beschäftigen, in den vergangenen drei Jahren erhöht.
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  • Unternehmen bieten den besonders stark gesuchten Engpass-Talenten spezielle monetäre und nichtmonetäre Leistungen an. Allerdings kommuniziert nur jedes vierte befragte Unternehmen diese besonderen Leistungen auch öffentlich. 41 Prozent der befragten Unternehmen benennen sie im ersten persönlichen Gespräch, weitere 20 Prozent der Unternehmen in einem Folgegespräch und 13 Prozent nur auf explizite Anfrage.
  • Je größer der Fachkräfteengpass ist, desto eher kommunizieren Unternehmen ihre Sonderleistungen auch öffentlich. 30 Prozent der Unternehmen mit Fachkräfteengpässen in zahlreichen Bereichen kommunizieren ihre Sonderleistungen öffentlich – hingegen tun dies nur 11 Prozent der Unternehmen mit gar keinen oder geringen Fachkräfteengpässen.
  • Es zeigt sich, dass die befragten Unternehmen bereits relativ viele Recruiting-Strategien, -Methoden und -Kanäle nutzen. Allerdings lassen sich hier Unterschiede zwischen den Unternehmensgrößen feststellen. Je größer das Unternehmen ist, desto mehr unterschiedliche Recruiting-Kanäle werden zur Fachkräftegewinnung genutzt.
  • Kostenpflichtige Online-Stellenanzeigen sind der meistgenutzte Recruiting-Kanal. Fast acht von zehn Unternehmen (79 Prozent) setzen auf diese Recruiting-Strategie. Eine Betrachtung nach Unternehmensgröße zeigt: 29 Prozent der befragten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und 11 Prozent der befragten Großunternehmen nutzen noch keine kostenpflichtigen Online-Stellenanzeigen.
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