Die deutsche Wirtschaft wankt – bereits angeschlagen – von der einen Krise in die nächste. Noch immer werden die Unternehmen von den vielfältigen Auswirkungen der Corona-Pandemie belastet – vor allem über gestörte Lieferketten und Personalausfälle.
IW-Konjunkturprognose Frühjahr 2022: Krise und Unsicherheit
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die deutsche Wirtschaft wankt – bereits angeschlagen – von der einen Krise in die nächste. Noch immer werden die Unternehmen von den vielfältigen Auswirkungen der Corona-Pandemie belastet – vor allem über gestörte Lieferketten und Personalausfälle.
Die erneuten Restriktionen in China verdeutlichen, dass diese Risiken auch weiterhin nicht wegzudenken sind. Hinzu kommen seit Februar die Lasten des Kriegs in der Ukraine. Diese verstärken die bestehenden Produktionsstörungen, bewirken zusätzlich stark ansteigende Produktionskosten und Preise und führen zu erheblichen Verunsicherungen. Vor allem die umfassende Versorgung mit wichtigen Industrie- und Energierohstoffen stellt derzeit ein schwer kalkulierbares Risiko dar. Ein ebenso kaum abschätzbarer Konjunktureinbruch könnte aus einer abrupten Unterbrechung der Gaslieferungen aus Russland resultieren. Auch ohne eine solche Eskalation wird sich die weltwirtschaftliche Dynamik empfindlich abschwächen. Für das Jahr 2022 wird bei Weltproduktion und Welthandel jeweils ein Plus von 3 ½ Prozent erwartet. Für 2023 fallen die Zuwächse leicht schwächer aus. Rund um den Globus zehren die hohen Preise und Unsicherheiten an der Konsum- und Investitionsnachfrage. In diesem Umfeld verlangsamt sich auch das Konjunkturtempo in Deutschland stark. Die Exporte leiden unter der schwächelnden Weltwirtschaft. Konsum und Investitionen stehen im Bann von hohen Inflationsraten und Stress in den Lieferketten. Die notwendige Erholung wird nochmals aufgeschoben. Die Wachstumsaussichten für das Jahr 2022 haben sich auf nur noch weniger als 1 ¾ Prozent halbiert. Im Jahr 2023 wird das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 2 ¾ Prozent zulegen. Das setzt aber voraus, dass es im zweiten Halbjahr 2022 zu keinen zusätzlichen Belastungen durch geopolitische Konflikte kommt und sich die konjunkturaufzehrenden Inflationseffekte zurückbilden. Nach gut 6 Prozent in diesem Jahr steigen die Verbraucherpreise 2023 um 3 Prozent an. Produktionsstörungen wirken im gesamten Prognosezeitraum, sie lassen unter den gesetzten Bedingungen aber nach. Trotz dieser erneuten Belastungen bleibt der deutsche Arbeitsmarkt robust. Die Beschäftigung legt wieder zu und die Arbeitslosigkeit wird auf unter 5 Prozent im nächsten Jahr sinken. Die Pandemie und der Krieg führen auch in diesem und im kommenden Jahr zu einem hohen Staatsdefizit. Hinzu kommen steigende Sozialversicherungsausgaben. Insgesamt wird die Staatsschuldenquote im Prognosezeitraum bei rund 70 Prozent liegen.
IW-Konjunkturprognose Frühjahr 2022: Krise und Unsicherheit
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Fünf Hebel für mehr Produktivität
Wie lässt sich die stagnierende Produktivität wieder in Fahrt bringen? Die Kurzstudie „Fünf Produktivitätshebel für Deutschland" im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen analysiert fünf zentrale Handlungsfelder (Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Innovation, Bürokratieabbau und öffentliche Investitionen) und quantifiziert deren Wirkung auf die gesamtwirtschaftliche Produktivität. Grundlage sind internationale ökonometrische Studien sowie Benchmarkvergleiche. Die Ergebnisse machen deutlich: Die Potenziale sind greifbar, es fehlt jedoch an konsequenter Umsetzung.
IW
Verteidigungsausgaben: Warum die Rüstung kaum Wachstum bringt
Die Verteidigungsausgaben steigen bis 2030 auf fast 200 Milliarden Euro – das bringt einen kleinen Wachstumsschub, aber vor allem Schulden, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Mittelfristig sollte der Bund die Verteidigungsausgaben aus dem Haushalt bezahlen.
IW