1. Home
  2. Studien
  3. Die Vermögensverteilung im internationalen Vergleich
Gutachten 21. Juni 2018 Martin Beznoskka / Judith Niehues / Maximilian Stockhausen Die Vermögensverteilung im internationalen Vergleich

Die Analyse zeigt, dass sich ein Großteil der internationalen Unterschiede in der Vermögensverteilung auf institutionelle Rahmenbedingungen zurückführen lässt. Voreilige Schlüsse auf besondere Probleme und Ungerechtigkeiten in Deutschland lassen sich bei einem nüchternen Blick auf die Daten nicht begründen.

PDF herunterladen
Die Vermögensverteilung im internationalen Vergleich
Gutachten 21. Juni 2018 Martin Beznoskka / Judith Niehues / Maximilian Stockhausen

Die Vermögensverteilung im internationalen Vergleich

Gutachten für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

Martin Beznoskka / Judith Niehues / Maximilian Stockhausen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die Analyse zeigt, dass sich ein Großteil der internationalen Unterschiede in der Vermögensverteilung auf institutionelle Rahmenbedingungen zurückführen lässt. Voreilige Schlüsse auf besondere Probleme und Ungerechtigkeiten in Deutschland lassen sich bei einem nüchternen Blick auf die Daten nicht begründen.

Ein in Medien und Politik viel diskutiertes Ergebnis der empirischen Untersuchungen zur Vermögensverteilung lautet, dass die Privatvermögen in Deutschland im internationalen Vergleich besonders ungleich verteilt seien. So wird auf Basis von Haushaltsbefragungsdaten des Household Finance and Consumption Surveys (HFCS) der Europäischen Zentralbank für die Verteilung der Nettovermögen für Deutschland einer der höchsten Gini-Koeffizienten – als Maß für eine ungleiche Verteilung – aller teilnehmenden europäischen Länder ausgewiesen. Die vorliegende Studie beleuchtet dieses Ergebnis unter Berücksichtigung verschiedener bedeutsamer Aspekte, die das Vermögen in den Statistiken beeinflussen und erklären.

So hängen die Möglichkeiten zum Vermögensaufbau mit der Ausprägung des Wohlfahrtsstaates zusammen. Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass der Vermögensaufbau am unteren Ende der Verteilung insbesondere in den Staaten gering ausfällt, die wie Deutschland über eine hohe sozialstaatliche Absicherung verfügen. Denn diese mindert den Anreiz zur privaten Vorsorge.

Zudem ist Wohneigentum ein wesentlicher Vermögensbestandteil und damit ein bestimmender Faktor für die Verteilung der Nettovermögen in einem Land. Primär kann gezeigt werden, dass die unterschiedlichen Wohneigentumsquoten stark mit institutionellen Unterschieden und individuellen Präferenzen verknüpft und daher per se nicht problematisch sind. Hindernisse beim Erwerb und Aufbau von Wohneigentum – wie zum Beispiel hohe Nebenkosten und Steuern – können jedoch der Verbreitung dieser Vermögensart im Weg stehen.

Eine besondere Bedeutung für die Partizipation am wirtschaftlichen Erfolg einer Volkswirtschaft kommt der Beteiligung am unternehmerischen Vermögen zu. In Deutschland ist die Verbreitung von Unternehmensbeteiligungen im Vergleich zu anderen Ländern eher gering. Strategien zur Erhöhung des Aktienanteils am Vermögen der privaten Haushalte – wie zum Beispiel die Mitarbeiterkapitalbeteiligung – könnten dies ändern.

Die Aufteilung der Altersvorsorge in private und staatliche Komponenten unterscheidet sich von Land zu Land. Ansprüche an staatliche Vorsorgesysteme werden jedoch typischerweise nicht in den Haushaltsbefragungsdaten erfasst, während dies bei privatem Vorsorgevermögen der Fall ist. Werden alle Altersvorsorgeansprüche, zu denen in Deutschland auch Ansprüche an die Gesetzliche Rentenversicherung gehören, in der Vermögensverteilung berücksichtigt, so wird diese bedeutend gleichmäßiger.

PDF herunterladen
Die Vermögensverteilung im internationalen Vergleich
Gutachten 21. Juni 2018 Martin Beznoskka / Judith Niehues / Maximilian Stockhausen

Martin Beznoskka / Judith Niehues / Maximilian Stockhausen: Vermögensverteilung im internationalen Vergleich

Gutachten für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

Martin Beznoskka / Judith Niehues / Maximilian Stockhausen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Vermögensverteilung in Deutschland und Europa
iwd 17. September 2026 Judith Niehues / Maximilian Stockhausen

Vermögensverteilung in Deutschland und Europa

In Deutschland beträgt das durchschnittliche Vermögen der Haushalte mit rund 450.000 Euro mehr als in Frankreich, aber weniger als in Belgien oder Luxemburg. Im Vergleich zu den drei Nachbarstaaten ist das Vermögen in der Bundesrepublik allerdings ungleicher verteilt.

Judith Niehues / Maximilian Stockhausen iwd

Artikel lesen
Pressemitteilung 19. Mai 2026 Jochen Pimpertz / Maximilian Stockhausen

Mit Vermögen sinkt das Armutsrisiko im Alter um 38 Prozent

Das Armutsgefährdungsrisiko fällt in Deutschland erheblich geringer aus, wenn neben den Einkommen der Haushalte auch ihre Vermögen berücksichtigt werden. Dieser Effekt fällt im Alter besonders groß aus, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Jochen Pimpertz / Maximilian Stockhausen IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880