Der Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtbevölkerung wird in Deutschland deutlich abnehmen. Deshalb muss die Arbeitsproduktivität ansteigen, um zumindest das (reale) Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung zu stabilisieren.
Hemmnisse und Herausforderungen bei der Bewältigung der demografischen Produktivitätslücke
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Der Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtbevölkerung wird in Deutschland deutlich abnehmen. Deshalb muss die Arbeitsproduktivität ansteigen, um zumindest das (reale) Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung zu stabilisieren.
Wird das Pro-Kopf-Wachstum der letzten drei Dekaden von 1,2 Prozent angestrebt, dann muss die Arbeitsproduktivität pro Jahr um 1,8 Prozent zulegen. Diese demografisch bedingte Produktivitätslücke kann nur durch fortschreitende Kapitalintensivierung und technisch-organisatorischen Fortschritt geschlossen werden. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre haben technisch-organisatorische Veränderungen das Produktivitätswachstum jedoch vermindert. Die Beiträge der Kapitalintensivierung fallen bereits seit rund 20 Jahren schwächer aus. Die Erwartungen der Unternehmen hinsichtlich ihrer zukünftigen Produktivitätsentwicklung sind nicht optimistisch. Die Hälfte der vom IW befragten Unternehmen erwartet für die nächsten fünf bis zehn Jahre ein schwaches, weitere 36 Prozent erwarten ein normales Produktivitätswachstum. Nur 8 Prozent gehen von einer beschleunigten Produktivitätsdynamik aus. Hemmnisse für eine bessere Produktivitätsentwicklung sind die Regulierungsdichte, die hohen bürokratischen Hürden und Reportingpflichten. Fachkräftemangel und fehlendes Personal für Forschung und Entwicklung bremsen Produktivitätsfortschritte. Die Organisation sichererer Lieferketten und kundenspezifische Produktion erfordern personellen Mehraufwand, der für über ein Drittel der Firmen negative Produktivitätswirkungen hat. Eine unzureichende Forschungsförderung wird ebenso als Hemmnis genannt sowie Unsicherheiten bei der Transformation und ihre Kosten.
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