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IW-Report Nr. 40 7. Oktober 2026 Michael Grömling Staatliche und private Konjunkturimpulse in Deutschland

Das konjunkturelle Umfeld der deutschen Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren durch vielfältige Schocks in Teilen drastisch verändert. In sektoraler Hinsicht haben sich bei den Investitionen und beim Konsum markante Divergenzen aufgebaut.

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IW-Konjunkturumfrage Frühjahr 2026
IW-Report Nr. 40 7. Oktober 2026 Michael Grömling

Staatliche und private Konjunkturimpulse in Deutschland

Michael Grömling Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Das konjunkturelle Umfeld der deutschen Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren durch vielfältige Schocks in Teilen drastisch verändert. In sektoraler Hinsicht haben sich bei den Investitionen und beim Konsum markante Divergenzen aufgebaut.

Die jeweils privaten und öffentlichen Teilbereiche laufen seit Anfang dieser Dekade mit deutlich unterschiedlichen Geschwindigkeiten: Während die realen öffentlichen Investitionen zuletzt um gut 20 Prozent über dem Jahresdurchschnitt von 2019 lagen, unterschritten die privatwirtschaftlichen Investitionen dieses Niveau um über 10 Prozent. Der reale Staatskonsum lag zuletzt um über 16 Prozent über dem Jahresvolumen von 2019, die privaten Konsumausgaben nur um 4,5 Prozent. Im folgenden Beitrag werden die Einflussfaktoren auf die Konsum- und Investitionstätigkeit des Staates und der nichtstaatlichen Sektoren beschrieben. Anschließend wird dargelegt, wie diese Entwicklungen die gesamtkonjunkturelle Dynamik in der laufenden Dekade im Vergleich mit früheren Dekaden beeinflusst und verändert haben. Im Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre hat der privatwirtschaftliche Sektor in Deutschland aggregiert nichts zum Wachstum des realen BIP beigetragen. Das Wirtschaftswachstum kommt vielmehr ausschließlich aus dem aggregierten staatlichen Beitrag. In der aggregierten Aufteilung zwischen Staatssektor und Nichtstaatssektor kann vor allem im Vergleich mit den 1990er und den 2010er Jahren von einer anderen Wachstumsqualität gesprochen werden. Im Zeitvergleich fällt der aktuell positive Wachstumsbeitrag des Staatskonsums nicht merklich höher aus. Dagegen tragen die staatlichen Investitionen – etwa durch höhere Verteidigungsausgaben – deutlich mehr zur Veränderung des realen Bruttoinlandsprodukts bei. Daraus wird allerdings eher die über die letzten Dekaden bestehende Investitionsschwäche des Staates erkennbar. Im Vergleich mit den 1990er und 2010er Jahren zeigt sich eine private Konsumschwäche. Einen in negativer Hinsicht auffallenden Befund liefert die privatwirtschaftliche Investitionstätigkeit in Deutschland. Zwar gab es auch in den 2000er Jahren einen im Jahresdurchschnitt negativen Beitrag. Dieser Bremseffekt ist in der laufenden Dekade jedoch mehr als viermal so hoch. Für die aktuelle Wachstumsschwäche in Deutschland sind die Ursachen explizit bei den privaten Investitionen und den dort zugrunde liegenden Rahmenbedingungen zu verorten. 
 

DOI: 10.67087/12.21605

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