Nordrhein-Westfalen (NRW) befindet sich mitten in zentralen strukturpolitischen Herausforderungen, verfügt jedoch zugleich als größtes Bundesland über erhebliche Stärken und Chancen.
Wirtschaftliche Lage und Perspektiven des Landes Nordrhein-Westfalen
Gutachten im Auftrag der unternehmer nrw
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Nordrhein-Westfalen (NRW) befindet sich mitten in zentralen strukturpolitischen Herausforderungen, verfügt jedoch zugleich als größtes Bundesland über erhebliche Stärken und Chancen.
Um diese ausspielen und nutzen zu können, bedarf es einer zielgerichteten Wachstums- und Investitionspolitik, die verschiedene Politikbereiche betrifft.
Wichtig ist zunächst ein konsequenter Bürokratieabbau und ein Voranschreiten der Verwaltungsdigitalisierung. Dabei gilt es Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, auch damit öffentliche Mittel wie geplant abfließen können.
In der Verkehrsinfrastruktur bremsen erhebliche Defizite bei Straßen, Brücken und Schiene die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Priorisierung von Investitionen unter Zuhilfenahme des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) ist entscheidend, um diesen wichtigen Standortfaktor spürbar zu verbessern. Das gilt insbesondere für den beschleunigten Ersatzneubau von Brücken, denn kein Bundesland ist hiervon so betroffen wie NRW. Mit dem SVIK sollten zusätzliche Projekte umgesetzt werden, um bei der Modernisierung der Infrastruktur schneller voranzukommen.
Die energiepolitische Transformation im Zuge von Klimaneutralität und Kohleausstieg stellt NRW aufgrund seines hohen Energiebedarfs vor besondere Herausforderungen. Erforderlich sind ein beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien, stärkere Elektrifizierung von Industrie und Wärme, Fortschritte beim Wasserstoffhochlauf sowie der Ausbau gesicherter Leistung und Netze bei gleichzeitiger Kosteneffizienz.
Im Bereich der digitalen Infrastruktur bestehen gute Ausgangsbedingungen, insbesondere bei 5G und Glas-faser, sowie Chancen durch den Ausbau von Rechenzentren; entscheidend sind hier beschleunigte Genehmigungen und eine aktive Standortpolitik. Zugleich liegt in der Digitalisierung ein großer Hebel für Produktivitätsgewinne, die bisher nicht vollumfänglich genutzt werden.
Das Bildungssystem weist weiterhin strukturelle Defizite auf, insbesondere bei dem Angebot an Ganztagsplätzen und Basiskompetenzen. Fortschritte bei der Implementierung einer empirieorientierten Qualitätssicherung an Schulen wurden initiiert. Die Stärkung der frühkindlichen Bildung und die Sicherung von MINT-Fachkräften sind zentrale Aufgaben.
Bei Ausgaben für Forschung und Entwicklung liegt NRW je Einwohner gerechnet im unteren Mittelfeld der Bundesländer. Bei den Patentanmeldungen je 100.000 Beschäftigte erreicht NRW den fünftbesten Wert der Bundesländer, wobei die Bereiche Quantencomputing sowie Chemie und Pharma zu den Stärken zählen.
Im Gründungsbereich liegt NRW gemessen an der Einwohnerzahl leicht über dem Durchschnitt, bei innovativen Start-ups und Hightech-Gründungen hingegen nur im Mittelfeld der Bundesländer. NRW nutzt seine vorhandenen Standortvorteile wie die leistungsfähige Forschungslandschaft, eine wachsende Recheninfrastruktur und die Nähe zu einer breiten industriellen Anwenderbasis noch zu wenig für eine nachhaltige Gründungsdynamik.
Wirtschaftliche Lage und Perspektiven des Landes Nordrhein-Westfalen
Gutachten im Auftrag der unternehmer nrw
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
BREKO Marktanalyse 2026
Die Quote für den Glasfaser-Ausbau stieg von rund 53 Prozent im Vorjahr auf inzwischen 62 Prozent. Damit erreicht das Glasfasernetz bereits 28,7 Millionen Haushalte und Unternehmen – das heißt, dass die Infrastruktur in unmittelbarer Nähe der Grundstücksgrenze vorbeiführt.
IW
Glasfaserausbau binnen vier Jahren mehr als verdoppelt
Bei sechs von zehn Haushalten und Unternehmen liegt Glasfaser inzwischen vor der Tür, bei drei von zehn im Haus. Das zeigt ein Gutachten, das die IW Consult für den Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) erstellt hat.
IW