1. Home
  2. Studien
  3. Anpassungsverfahren beim gesetzlichen Mindestlohn: Argumente gegen eine politische Lohnfindung
Hagen Lesch / Helena Schneider / Christoph Schröder in List Forum für Wirtschafts- und Finanzpolitik Externe Veröffentlichung 21. Oktober 2021 Anpassungsverfahren beim gesetzlichen Mindestlohn: Argumente gegen eine politische Lohnfindung

Die Mindestlohnkommission entscheidet alle zwei Jahre über eine Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns. Bisher orientierte sie sich dabei nachlaufend an der Tariflohnentwicklung. Das trug dazu bei, dass der Arbeitsmarkt den staatlichen Eingriff in die Lohnfindung gut verkraftete und die Tarifparteien trotz einer Beschränkung ihres Handlungsspielraums weiterhin gewillt sind, die Entgelte autonom auszuhandeln.

Datei herunterladen
Externe Veröffentlichung
Argumente gegen eine politische Lohnfindung
Hagen Lesch / Helena Schneider / Christoph Schröder in List Forum für Wirtschafts- und Finanzpolitik Externe Veröffentlichung 21. Oktober 2021

Anpassungsverfahren beim gesetzlichen Mindestlohn: Argumente gegen eine politische Lohnfindung

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die Mindestlohnkommission entscheidet alle zwei Jahre über eine Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns. Bisher orientierte sie sich dabei nachlaufend an der Tariflohnentwicklung. Das trug dazu bei, dass der Arbeitsmarkt den staatlichen Eingriff in die Lohnfindung gut verkraftete und die Tarifparteien trotz einer Beschränkung ihres Handlungsspielraums weiterhin gewillt sind, die Entgelte autonom auszuhandeln.

Der Bundesarbeitsminister kündigte jedoch an, den Mindestlohn rasch auf 12 C je Stunde erhöhen zu wollen. Außerdem soll das Anpassungsverfahren beim gesetzlichen Mindestlohn verändert werden und bei der weiteren Entwicklung 60% des Medianeinkommens (Living Wage) als Referenzgröße dienen. Mit einem solchem Systemwechsel, durch den der Staat dreimal so stark in das Tarifsystem eingreifen würde wie mit der Einführung des Mindestlohns 2015, würde die Tarifautonomie noch deutlicher eingeschränkt. Der Blick auf Frankreich und das Vereinigte Königreich zeigt, dass ein solcher Systemwechsel hin zu einem Living Wage durch Lohnsubventionen flankiert wird. Deshalb müsste bei der Diskussion über einen Systemwechsel beim Mindestlohn in Deutschland auch darüber gesprochen werden, ob die bisherigen Sozialleistungssysteme geändert werden müssen.

Datei herunterladen
Externe Veröffentlichung
Argumente gegen eine politische Lohnfindung
Hagen Lesch / Helena Schneider / Christoph Schröder in List Forum für Wirtschafts- und Finanzpolitik Externe Veröffentlichung 21. Oktober 2021

Anpassungsverfahren beim gesetzlichen Mindestlohn: Argumente gegen eine politische Lohnfindung

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Michael Hüther / Hagen Lesch in Vierteljahreshefte zur Wirtschaftsforschung Externe Veröffentlichung 15. April 2024

Interdependenzen zwischen Transformation und Sozialpartnerschaft

Nicht nur die digitale und ökologische Transformation greifen tief in die Gewohnheiten der ökonomischen Akteure und in die gesamtwirtschaftliche Arbeitsteilung ein, sondern auch der demografische Wandel und eine drohende Deglobalisierung.

IW

Artikel lesen
Hagen Lesch beim NDR Inforadio NDR 26. März 2024

Einigung im Bahnstreik: „Für die Lokführer hat sich der Streik gelohnt”

Der Streik zwischen der GDL und der Deutschen Bahn ist beigelegt. Im Interview mit dem NDR Inforadio erklärt IW-Tarifexperte Hagen Lesch, dass dies ein klassischer Tarifkompromiss sei, mit dem beide Seiten leben können.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880