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Axel Plünnecke Gutachten 30. Oktober 2023 Ingenieurmonitor 2023/II: Der regionale Arbeitsmarkt in den Ingenieurberufen

Der Arbeitsmarkt in den Ingenieur- und Informatikerberufen zeigt im zweiten Quartal 2023 erste konjunkturelle Bremsspuren, befindet sich aber weiterhin auf einem hohen Engpassniveau.

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Gutachten
Der regionale Arbeitsmarkt in den Ingenieurberufen
Axel Plünnecke Gutachten 30. Oktober 2023

Ingenieurmonitor 2023/II: Der regionale Arbeitsmarkt in den Ingenieurberufen

Gutachten für den Verein Deutscher Ingenieure e.V.

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Der Arbeitsmarkt in den Ingenieur- und Informatikerberufen zeigt im zweiten Quartal 2023 erste konjunkturelle Bremsspuren, befindet sich aber weiterhin auf einem hohen Engpassniveau.

Insgesamt gab es im zweiten Quartal 2023 mit rund 173.100 offenen Stellen eine weiterhin hohe Nachfrage nach Expertinnen und Experten in den Ingenieur- und Informatikerberufen. Im Vorjahresvergleich nahm die Gesamtanzahl an offenen Stellen leicht um 1 Prozent zu, gegenüber dem ersten Quartal ist jedoch ein Rückgang an offenen Stellen zu verzeichnen. Zwischen den einzelnen Berufs-kategorien gibt es dabei aber große Unterschiede. So nahm die Anzahl der offenen Stellen im Jahresvergleich in den Ingenieurberufen Technische Forschung und Produktionssteuerung um 21,3 Prozent, in den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik um 11,7 Prozent und in den Ingenieurberufen Maschinen- und Fahrzeugtechnik um 11,5 Prozent zu. Auf der anderen Seite nahm die Anzahl der offenen Stellen in den Bauingenieurberufen um 6,2 Prozent ab. Ein Grund dürfte im starken Rückgang der Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe liegen. Bei den Informatikerberufen wurde sogar ein Rückgang im Vorjahresvergleich in Höhe von 6,7 Prozent verzeichnet. Als Erläuterung ist darauf hinzuweisen, dass im Sommer 2022 die Anzahl an offenen Stellen dort besonders hoch war.

Im zweiten Quartal 2023 suchten monatsdurchschnittlich 39.381 Personen eine Beschäftigung in einem Ingenieur- oder Informatikerberuf. Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit dabei um 13,1 Prozent zu. Auch hier gibt es große Unterschiede zwischen den Berufskategorien. Während die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich in den Ingenieurberufen Maschinen- und Fahrzeugtechnik um 0,9 Prozent und in den Ingenieurberufen Technische Forschung und Produktionssteuerung um 2,3 Prozent abnahm, stieg sie im Vorjahresvergleich – von sehr niedrigem Niveau aus – in den Informatikerberufen um 20,5 Prozent und in den Bauingenieurberufen um 33,8 Prozent.

Setzt man die Anzahl der offenen Stellen in Bezug zur Zahl der Arbeitslosen, ergibt sich die Engpasskennziffer in Ingenieur- und Informatikerberufen. Im zweiten Quartal 2023 beträgt die Engpass-kennziffer 439 offene Stellen je 100 Arbeitslose – ein deutlicher Engpass, jedoch erreichte die Engpassrelation im zweiten Quartals 2022 mit 492 noch einen höheren Rekordwert. Dabei unterscheiden sich die Engpässe deutlich zwischen den Berufen: die größten Engpässe bestehen bei den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik (Engpassrelation 770), vor den Ingenieurberufen Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur (532). An dritter Stelle folgen die Informatikerberufe (474). Auch in allen anderen Ingenieurberufen bestehen im zweiten Quartal 2023 Engpässe. Besonders stark sind die Engpässe in den Ingenieurberufen Technische Forschung und Produktionssteuerung (+24,1 Prozent) sowie Maschinen- und Fahrzeugtechnik (+12,1 Prozent) gestiegen. Im Vorjahresvergleich nehmen die Engpässe in den Bauingenieurberufen (-29,8 Prozent) und in den Informatikerberufen (-22,6 Prozent) hingegen – weiterhin aber auf hohem Niveau – stark ab.

In den kommenden Jahren wird durch Demografie, Digitalisierung und Klimaschutz der Bedarf an Beschäftigten in Ingenieur- und Informatikerberufen deutlich zunehmen. Betrachtet man die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, so zeigt sich, dass in den letzten zehn Jahren – von Ende 2012 bis Ende 2022 – die Beschäftigung in den Ingenieur- und Informatikerberufen mit einem Plus von 51 Prozent besonders dynamisch gestiegen ist. Gemessen an allen sozial-versicherungspflichtig Beschäftigten ist der Anteil der Ingenieur- und Informatikerberufe von 3,3 Prozent auf 4,2 Prozent um 0,9 Prozentpunkte gestiegen. Besonders hoch war der Zuwachs in Bayern um 1,5 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent und Berlin/Brandenburg mit 1,3 Prozentpunkten auf 4,2 Prozent. Betrachtet man die 400 Kreise separat nach Ingenieur- und Informatikerberufen, so liegt bei den Ingenieurberufen Wolfsburg mit 15,5 Prozent vor Böblingen mit 9,0 Prozent und Ingolstadt mit 8,7 Prozent. Bei den Informatikerberufen liegt Erlangen mit 7,1 Prozent an der Spitze vor Karlsruhe mit 4,7 Prozent und München, Stadt mit 4,5 Prozent.

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Gutachten
Der regionale Arbeitsmarkt in den Ingenieurberufen
Axel Plünnecke Gutachten 30. Oktober 2023

Ingenieurmonitor 2023/II: Der regionale Arbeitsmarkt in den Ingenieurberufen

Gutachten für den Verein Deutscher Ingenieure e.V.

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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