1. Home
  2. Studien
  3. Konzeptualisierung des möglichen Renewables-Pull-Phänomens
Externe Veröffentlichung 21. Juli 2021 Sascha Samadi / Stefan Lechtenböhmer / Peter Viebahn / Andreas Fischer Konzeptualisierung des möglichen Renewables-Pull-Phänomens

Der vorliegende Bericht wurde vom Wuppertal Institut in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft im Rahmen des Projekts SCI4climate.NRW erarbeitet. Der Bericht möchte das mögliche Phänomen, dass für künftig klimaneutral hergestellte Grundstoffe die Verfügbarkeit und die Kosten „grüner“ Energieträger zu einem relevanten Standortfaktor werden können, konzeptionell näher beleuchten und gegenüber dem bekannten Konzept des „Carbon Leakage“ abgrenzen.

PDF herunterladen
Externe Veröffentlichung
Konzeptualisierung des möglichen Renewables-Pull-Phänomens
Externe Veröffentlichung 21. Juli 2021 Sascha Samadi / Stefan Lechtenböhmer / Peter Viebahn / Andreas Fischer

Konzeptualisierung des möglichen Renewables-Pull-Phänomens

Ergebnis des Themenfeldes 3 „Szenarien und Transformationspfade“ des Forschungsprojektes SCI4climate.NRW

Sascha Samadi / Stefan Lechtenböhmer / Peter Viebahn / Andreas Fischer Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Der vorliegende Bericht wurde vom Wuppertal Institut in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft im Rahmen des Projekts SCI4climate.NRW erarbeitet. Der Bericht möchte das mögliche Phänomen, dass für künftig klimaneutral hergestellte Grundstoffe die Verfügbarkeit und die Kosten „grüner“ Energieträger zu einem relevanten Standortfaktor werden können, konzeptionell näher beleuchten und gegenüber dem bekannten Konzept des „Carbon Leakage“ abgrenzen.

Dafür führen wir den Begriff „Renewables Pull“ ein. Darunter verstehen wir das zunächst hypothetische (zukünftig möglicherweise aber auch empirisch nachweisbare) Phänomen einer Verlagerung industrieller Produktion von einer Region in eine andere Region als Folge unterschiedlicher Grenzkosten von erneuerbaren Energien oder auf erneuerbaren Energien basierenden Sekundärenergieträgern bzw. Feedstocks.

Verlagerungen industrieller Produktion im Sinne von Renewables Pull können im Prinzip wie im Fall von Carbon Leakage1 durch Unterschiede in der Stringenz der Klimapolitik verschiedener Länder hervorgerufen werden. Anders als Carbon Leakage kann Renewables Pull grundsätzlich aber auch dann auftreten, wenn in verschiedenen Ländern ähnlich ambitionierte Klimapolitiken durchgesetzt werden, denn Renewables Pull wird primär durch Unterschiede in den Kosten und der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien bestimmt. Zudem kann Renewables Pull auch durch Kostensenkungen erneuerbarer Energien sowie durch sich verändernde Präferenzen auf der Nachfrageseite – hin zu klimaschonenden Produkten – ausgelöst werden. Ein weiterer wichtiger Unterschied zu Carbon Leakage ist, dass das Renewables-Pull-Phänomen klimapolitisch nicht kontraproduktiv sein muss.

Ähnlich wie bei Carbon Leakage ist zu erwarten, dass Renewables Pull vorrangig für die sehr energieintensiven Produkte der Grundstoffindustrie relevant werden könnte. In diesen Branchen (z. B. in der Stahl- oder Chemieindustrie) besteht zudem die Möglichkeit, dass Abwanderungen einzelner energieintensiver Prozessschritte Dominoeffekte auslösen. In der Folge könnten größere Teile der bisher in einem Land oder einer Region bestehenden Wertschöpfungsketten ebenfalls einem (indirekten) Renewables Pull unterliegen.

Für das Bundesland NRW, in dem die Grundstoffindustrie eine bedeutende Rolle einnimmt, sind mit dem möglichen Auftreten von Renewables Pull im Rahmen einer sich künftig sowohl in Deutschland und der EU aber auch weltweit dynamisch weiterentwickelnden Klimapolitik bedeutende Herausforderungen verbunden.

Vor diesem Hintergrund will der vorliegende Bericht eine tiefere Durchdringung und Analyse entsprechender potenzieller zukünftiger Entwicklungen und Herausforderungen ermöglichen und anstoßen. So werden im abschließenden Kapitel des Berichts mehrere Forschungsfragen formuliert, die im weiteren Verlauf des Projekts SCI4climate.NRW sowie in weiteren Forschungsprojekten beantwortet werden

PDF herunterladen
Externe Veröffentlichung
Konzeptualisierung des möglichen Renewables-Pull-Phänomens
Externe Veröffentlichung Sascha Samadi / Stefan Lechtenböhmer / Peter Viebahn / Andreas Fischer

Konzeptualisierung des möglichen Renewables-Pull-Phänomens

Ergebnis des Themenfeldes 3 „Szenarien und Transformationspfade“ des Forschungsprojektes SCI4climate.NRW

Sascha Samadi / Stefan Lechtenböhmer / Peter Viebahn / Andreas Fischer Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
„Grünes Schrumpfen ist eine Dystopie“
DLF 15. August 2026 Michael Hüther im Deutschlandfunk

„Grünes Schrumpfen ist eine Dystopie“

Wirtschaftswachstum und Klimaschutz gelten manchen als unvereinbar, Kritiker fordern ein bewusstes Schrumpfen der Wirtschaft. IW-Direktor Michael Hüther erklärt im Streitgespräch mit der Journalistin Ulrike Herrmann im Deutschlandfunk, warum er auf technologischen Fortschritt setzt.

Michael Hüther im Deutschlandfunk IW

Artikel lesen
IW-Kurzbericht Nr. 52 13. August 2026 Michael Hüther / Malte Küper / Simon Gerards Iglesias

Industrietransformation im laufenden Betrieb

Energieintensive Branchen stehen zwischen schwacher Nachfrage, globalen Überkapazitäten und handelspolitischen Hindernissen. Obendrauf muss der klimaneutrale Umbau gelingen – bislang massiv erschwert durch fehlende Voraussetzungen. Die Stahlindustrie zeigt das besonders deutlich.

Michael Hüther / Malte Küper / Simon Gerards Iglesias IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880