1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Einkommens- und Vermögensverteilung: Ein typischer Wohlfahrtsstaat
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Judith Niehues Pressemitteilung 11. Mai 2018

Einkommens- und Vermögensverteilung: Ein typischer Wohlfahrtsstaat

Die Nettoeinkommen sind in Deutschland gleicher verteilt als in vielen anderen Industrienationen; mehr Ungleichheit gibt es bei den privaten Vermögen. Die Kombination beider Befunde, das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), teilt Deutschland mit anderen wohlhabenden Staaten mit umfassendem Sozialsystem. Details und weitere Informationen zum Thema bieten ein interaktives Video und eine interaktive Grafik.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Die Ungleichheit der Nettoeinkommen – also der Einkommen nach Steuern und Sozialbeiträgen sowie zuzüglich staatlicher Renten- und Transferzahlungen – hat sich in Deutschland zumindest seit 2005 nicht mehr signifikant verändert. Im Jahr 2015, das sind die jüngsten verfügbaren Daten, lag der Gini-Koeffizient bei 0,29. Dieser Koeffizient misst beispielsweise die Einkommens- oder Vermögensverteilung in einem Land. Dabei bedeutet ein Wert von 0, dass alle Bürger über das gleiche Einkommen beziehungsweise Vermögen verfügen; 1 bedeutet, dass einer alles hat und alle anderen nichts.
    
Deutschland gehört laut IW-Studie zu den Nationen, in denen das Gefälle der Nettoeinkommen vergleichsweise gering ausgeprägt ist. Deutlich ungleicher sind die Nettoeinkommen in Südeuropa und auf dem Baltikum verteilt.

Inhaltselement mit der ID 3650 Inhaltselement mit der ID 3651
Inhaltselement mit der ID 3653

Ein anderer Befund gilt für die Ungleichheit der Vermögen. Schätzt man sehr hohe Vermögen zu den verfügbaren Daten hinzu, beträgt der Gini-Koeffizient in Deutschland 0,79. Diese Größenkategorie ist für wohlhabende Nationen keineswegs untypisch. „Zudem fällt die Vermögensungleichheit insbesondere auch in den europäischen Staaten sehr hoch aus, die wie Deutschland über ein gut ausgebautes staatliches Sozialsystem verfügen“, ordnet IW-Forscherin Judith Niehues ein. Zum einen ist in diesen Staaten der Anreiz geringer, privates Vermögen aufzubauen, zum anderen verkleinern die für die Finanzierung erforderlichen Abgaben den Spielraum für Vermögensaufbau – gerade bei jenen Bürgern mit geringeren Einkommen.  

Interaktives Video:

IW-Wissenschaftlerin Judith Niehues stellt ihre Forschungsergebnisse zur Einkommens- und Vermögensverteilung in einem interaktiven Video vor: An drei Stellen können Sie während des Abspielens per Klick Zusatzinformationen abrufen – zweimal in Form kurzer Einspieler und einmal als interaktive Karte mit Informationen zu Ungleichheit, Umverteilung sowie zur Vermögensverteilung in Europa.

Das Video können Sie kostenfrei auf Ihrer Webseite einbinden: iwd.de/verteilungsvideo

Die interaktive Grafik aus dem Video können sie auch separat nutzen: iwkoeln.de/verteilungsgrafik

Datei herunterladen

Judith Niehues: Die Einkommens- und Vermögensungleichheit Deutschlands im internationalen Vergleich

IW-Kurzbericht

Datei herunterladen

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Parlamentarische Verfahrensakzeptanz im Licht individueller Problemwahrnehmung
Matthias Diermeier / Judith Niehues IW-Trends Nr. 3 15. September 2021

Parlamentarische Verfahrensakzeptanz im Licht individueller Problemwahrnehmung

Eine lebendige Demokratie lebt vom Ringen unterschiedlicher Anspruchsgruppen um die themenspezifische Meinungshoheit. Der institutionalisierte Prozess des Interessenausgleichs und des Anhörens gegenteiliger Standpunkte braucht jedoch Zeit. Die Akzeptanz eben ...

IW

Artikel lesen
Martin Beznoska / Tobias Hentze Pressemitteilung 14. September 2021

Investitionsbremse Vermögensteuer

Vor der Bundestagswahl fordern einige Parteien, die Vermögensteuer wiederzubeleben. In einer Studie haben Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) untersucht, welche Folgen die Vermögensteuer für Deutschland hätte. Demnach wäre sie nicht nur sehr ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880