1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Arbeitsmarkt: Schwächelnde Konjunktur macht sich bemerkbar
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
IW-Nachricht 3. Januar 2020 Holger Schäfer

Arbeitsmarkt: Schwächelnde Konjunktur macht sich bemerkbar

Die Bundesagentur für Arbeit meldet einen Anstieg bei der Zahl der Arbeitslosen: Erstmals seit 2013 sind im Januar mehr Menschen arbeitslos als noch im Vorjahr. Grund dafür ist die schwächelnde Konjunktur, die sich am Arbeitsmarkt bemerkbar macht. Allerdings gibt es Anzeichen der Besserung.

Die guten Nachrichten zuerst: Das Jahr 2019 war eines der erfolgreichsten Jahre, die der deutsche Arbeitsmarkt erlebt hat. Die Arbeitslosigkeit sank auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Erwerbstätigen auf neue Rekordwerte. Seit dem Jahr 2005 entstanden fast sechs Millionen neue Arbeitsplätze.

Strukturell bedingte Arbeitslosigkeit sinkt

Auf der anderen Seite gibt es seit Monaten deutliche Anzeichen einer Eintrübung. Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr an, ebenso bereits im Oktober. Zudem gibt es einen deutlichen Anstieg bei Arbeitslosengeld-Empfängern. Die meist strukturell bedingte Arbeitslosigkeit im Hartz 4-Segment geht hingegen noch zurück.

Wieder mehr Kurzarbeit

Ursache für die Schwäche ist die Konjunktur: Unternehmen – vor allem in den wichtigen Schlüsselbranchen der Metall- und Elektro-Industrie – haben weniger zu tun, ihre Nachfrage nach Arbeitskräften geht zurück. So waren im Januar 2020 rund 100.000 offene Stellen weniger gemeldet als im Jahr davor. Die Nutzung von Kurzarbeit steigt schnell. Die Bundesagentur für Arbeit schätzt, dass die Anzahl der Kurzarbeiter mittlerweile über 100.000 liegt.

Auch wenn die Arbeitsmarktentwicklung zurzeit wenig Anlass für Optimismus bietet, zeigen erste Frühindikatoren, dass sich die Konjunkturentwicklung stabilisiert – allerdings dauert es einige Monate, bis das auf dem Arbeitsmarkt sichtbar wird. „Mit der üblichen Verzögerung von rund einem halben Jahr könnten solche Erholungstendenzen auch die Arbeitsmarktlage wieder verbessern“, sagt IW-Arbeitsmarkt-Experte Holger Schäfer. 
 

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Wirtschaftliches Wachstum im demografischen Wandel
IW-Trends 17. Oktober 2026 Philipp Deschermeier / Michael Grömling / Holger Schäfer

Wirtschaftliches Wachstum im demografischen Wandel

Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird in Deutschland demografisch bedingt bis zum Jahr 2040 um 4,3 Millionen oder 7,7 Prozent sinken.

Philipp Deschermeier / Michael Grömling / Holger Schäfer IW

Artikel lesen
IW-Kurzbericht Nr. 70 13. Oktober 2026 Stefanie Seele

KI-Nähe des Berufs bisher kein Nachteil auf dem Arbeitsmarkt

Die KI-nahe Beschäftigung gewinnt in Deutschland an Bedeutung. Dies liegt auch daran, dass der Beschäftigungsanteil von Fachkräften sinkt und jener von Experten und Spezialisten zunimmt.

Stefanie Seele IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880