1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Hartz IV brachte die Wende
Zeige Bild in Lightbox Hartz IV brachte die Wende
(© Foto: Kalinovsky Dmitry,2013 - Fotolia)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Atypische Beschäftigung IW-Nachricht 21. April 2015

Hartz IV brachte die Wende

Die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse, also der unbefristeten, abhängigen Stellen mit mehr als 20 Wochenstunden, befand sich jahrzehntelang auf Talfahrt. Erst mit den Hartz-Reformen wendete sich das Blatt. Doch diese positive Trendwende spielt in den jüngsten Medienberichten leider kaum eine Rolle.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Die Zahl der sogenannten atypischen Beschäftigungsverhältnisse – Teilzeit bis 20 Wochenstunden, geringfügige und befristete Jobs sowie Zeitarbeit – lag im Jahr 2013 mit 7,6 Millionen zwar deutlich höher als 20 Jahre zuvor (4,4 Millionen). Die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse fiel dagegen um 1,9 Millionen niedriger aus als 1993. Zu den Ursachen, die in diesem Zeitraum für die gegenläufige Entwicklung verantwortlich waren, zählen die Transformationskrise in den neuen Bundesländern, aber auch die jahrzehntelange Dauerkrise auf dem Arbeitsmarkt, die Deutschland einst den Titel des „kranken Manns Europas“ einbrachte.

Aus den beiden Werten für 1993 und 2013 zu schließen, dass die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse bis heute permanent abgenommen hat, ist jedoch verfehlt. Denn der Tiefpunkt war 2005 erreicht. In diesem Jahr trat mit „Hartz IV“ das letzte Gesetz der Agenda-Reformen in Kraft. Seither geht es wieder aufwärts: Bis 2013 entstanden fast 2 Millionen neue Normalarbeitsverhältnisse und zusätzlich noch einmal über 800.000 atypische Beschäftigungsverhältnisse. Die Reformen brachten das Ende der Dauerkrise auf dem deutschen Arbeitsmarkt und die Verluste der Krisenjahre konnten in nicht einmal einer Dekade wettgemacht werden (Grafik).

Das Wachstum der atypischen Beschäftigung geht im Wesentlichen auf einen Zuwachs der Teilzeit und der Minijobs zurück. Der Boom der Teilzeit steht dabei in engem Zusammenhang mit der Ausweitung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und stellt für diese in den meisten Fällen die gewünschte Erwerbsform dar: Nur 14 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen gibt in regelmäßigen Befragungen des Statistischen Bundesamtes an, keine Vollzeitbeschäftigung zu finden.

Entsprechend sollte man die jüngsten, aufgeregten Medienberichte über den angeblichen Verlust von „normalen Arbeitsverhältnissen“ in Deutschland kritisch hinterfragen.

Wer wie arbeitet

Bevölkerung nach Erwerbsstatus in Prozent

<iframe src="http://cf.datawrapper.de/Zn8m1/1/" name="Ext" width="100%" height="500px" scrolling="auto" marginheight="0" marginwidth="0" frameborder="0"></p> <p>Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen</p> <p></iframe>

Bevölkerung 15-64 Jahre; Sonstige Beschäftigte: Selbstständige, mithelfende Familienangehörige, Nebenerwerbstätige in AusbildungUrsprungsdaten: Statistisches Bundesamt

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Der Arbeitsmarkt in Deutschland
Interaktive Grafik iwd 10. Juni 2021

Der Arbeitsmarkt in Deutschland

Eine stetig wachsende Zahl an Erwerbstätigen, immer weniger Arbeitslose – mehr als zehn Jahre lang ging es am deutschen Arbeitsmarkt kontinuierlich aufwärts. Die Corona-Pandemie sorgte nun zwar für einen leichten Dämpfer, dieser fiel aber sehr moderat aus. Der ...

iwd

Artikel lesen
Holger Schäfer IW-Nachricht 30. April 2021

Niedriglöhne: Hartz IV sorgt nicht für Niedriglohnanstieg

92 Prozent der Friseure erhalten in Deutschland den Niedriglohn – das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor. Branchenübergreifend erhalten demnach 18,8 Prozent der Vollzeitbeschäftigten Niedriglöhne. Allerdings ist die ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880