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IW-Nachricht 30. April 2020 Holger Schäfer

Arbeitsmarkt: Deutschland arbeitet kurz

Die Corona-Pandemie macht sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar, wie die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen. Die Arbeitslosigkeit steigt allerdings nur gering an. Stattdessen explodiert die Anzahl der Kurzarbeiter – und gibt einen Vorgeschmack darauf, was uns in den nächsten Wochen und Monaten erwartet, sollte der Lockdown andauern.

In den vergangenen zwei Monaten zeigten die Betriebe für über zehn Millionen Arbeitnehmer Kurzarbeit an, darunter allein 7,5 Millionen im April. Das ist rund jeder dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland. Vor allem die Arbeitnehmer im Gastgewerbe, Handel, der Metall- und Elektro-Industrie und persönliche Dienstleister sind schwer betroffen (Schleiermacher/Stettes 2020). 

Arbeitslosenzahl steigt moderat

Die Arbeitslosenquote stieg saisonbereinigt von fünf auf 5,8 Prozent. Dafür, dass wir eine der schwersten Wirtschaftskrisen seit Ende des Zweiten Weltkrieges durchleben, ist dieser Anstieg noch moderat. Doch dieser leichte Zuwachs lässt erahnen, wie sich die nächsten Wochen und Monate entwickeln werden, sollte der Lockdown länger andauern.

Spiel auf Zeit

Die vermehrte Anmeldung von Kurzarbeit zeigt, dass die Unternehmen extrem verunsichert sind. „Für immer mehr Betriebe ist ein noch länger andauernder Lockdown kaum durchzustehen“, sagt IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer. Die hohe Anzahl an Kurzarbeit zeige zwar auch, dass die Unternehmen gerne an den Beschäftigten festhalten würden. Doch für viele sei dieses Spiel auf Zeit nicht mehr lange machbar. 

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