Für deutsche Unternehmen und Start-ups bietet Künstliche Intelligenz (KI) große Chancen, sich mit innovativen Produkten auf dem internationalen Markt zu positionieren. Allerdings kann Deutschland im Wettbewerb mit China und den USA nicht mithalten. Lediglich 92,4 Millionen Euro investierte der Bund 2017 in die Forschung und Entwicklung von KI – damit sind die Ausgaben seit 2009 zwar immerhin um 18 Prozent gestiegen. Insgesamt hat sich der Förderanteil für KI-Forschung – gemessen an der Gesamtförderung von Informations- und Kommunikationstechnologien – aber kaum verändert. Auch die einzelnen Bundesländer unterstützen die Forschung, jedoch gibt es zu wenige Kooperationen. Insgesamt gleicht die deutsche Förderlandschaft für KI einem Flickenteppich. Auch von der EU kommt zu wenig: Brüssel stellt von seinem geplanten Haushaltsbudget bis 2027 gerade mal 0,2 Prozent für Forschung und Entwicklung der KI bereit.

Anders läuft es beispielsweise in China: Hier pumpt die Staatsführung Milliarden in die Förderung von KI-Unternehmen und Wissenschaft. Die KI-Branche wird subventioniert, auch über Steuererleichterungen und mietfreie Gewerbeflächen, damit sie den internationalen Wettbewerb um die Technologien für sich entscheidet. Auch Microsoft, Google, IBM, Amazon und Facebook im Silicon Valley haben keine Geldsorgen – sie sind besonders innovativ im Bereich KI und nicht auf staatliche Grundlagenfinanzierung angewiesen. 

Wenn sich Politiker, Unternehmer und Wissenschaftler Anfang Dezember auf dem Gipfel des Bundeswirtschaftsministeriums zum digitalen Wandel treffen, tun sie also gut daran, das Thema KI in den Fokus zu rücken. Um den Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb an die Spitze zu führen, reichen die vielen, voneinander unabhängigen und zu kleinen Fördertöpfe nicht aus. Auch auf europäischer Ebene müssen die Akteure an einem Strang ziehen, wenn sie mit China und den USA mithalten wollen.