Noch verdienen Flughafen-Sicherheitsleute im Osten deutlich weniger als ihre Kollegen im Westen. So bekommt ein Luftsicherheitsassistent in Baden-Württemberg ohne Zulagen und Zuschläge einen Grundlohn von 17,16 Euro in der Stunde. Seine Kollegen in Sachsen erhalten für dieselbe Tätigkeit dagegen nur 14,70 Euro je Stunde. Nun einigten sich die Tarifparteien auf eine stufenweise Anpassung der Entgelte. Bis 2021 gilt nun bundesweit ein einheitlicher Stundenlohn von 19,01 Euro.

Das entspricht im Westen einer Lohnsteigerung von insgesamt 10,8 Prozent, allerdings verteilt über drei Jahre. Im Jahresdurchschnitt steigt der Lohn um 3,6 Prozent. Dieser Zuwachs ist überdurchschnittlich – im Jahr 2018 haben Tarifbeschäftige im Schnitt rund drei Prozent mehr verdient. Dennoch fällt der Anstieg nicht aus dem üblichen Rahmen. 

Anders sieht es im Osten aus. Dort freuen sich die Luftsicherheitsleute über 29,3 Prozent mehr Geld, ebenfalls verteilt über drei Jahre. Pro Jahr sind das fast zehn Prozent mehr. Es wäre allerdings nicht gerechtfertigt, hieraus eine Neiddebatte abzuleiten: Auch in anderen Branchen hat es stufenweise Entgeltanpassungen gegeben, zum Teil liegen sie schon einige Jahre zurück. Insofern gleicht der neue Abschluss einer einmaligen kräftigen Erhöhung und hat nichts mit einer systematischen Umverteilung zugunsten einer Berufsgruppe zu tun. Angesichts der unverhältnismäßigen Warnstreiks bleibt dennoch ein übler Geschmack zurück: Ver.di rief die Beschäftigten jeweils für einen ganzen Tag zum Ausstand auf und traf damit zehntausende Passagiere. Berufsgruppen, die wie die Luftsicherheitsassistenten mit besonderer Streikmacht ausgestattet sind, sollten diese nicht zum eigenen Vorteil missbrauchen. Daran sollte sich ver.di bei der nächsten Tarifrunde in der Luftsicherheit erinnern.