1. Home
  2. Presse
  3. Unternehmen reagieren robust auf wirtschaftliche Schwäche in Deutschland: Kein Grund zur Furcht um Arbeitsplätze
Zeige Bild in Lightbox
IW-Direktor Michael Hüther
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Michael Hüther in der Saarbrücker Zeitung Interview 9. Juli 2019

Unternehmen reagieren robust auf wirtschaftliche Schwäche in Deutschland: Kein Grund zur Furcht um Arbeitsplätze

Auftragseinbrüche im Maschinenbau, massive Stellenstreichungen bei der Deutschen Bank und Großkonzernen wie Siemens oder BASF. Solche Meldungen häufen sich. Trotzdem müssen sich die Beschäftigten keine großen Sorgen um ihre Jobs machen, sagt IW-Direktor Michael Hüther in der Saarbrücker Zeitung.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Bislang eilte der Arbeitsmarkt von einem Erfolg zum anderen. Ist das deutsche Jobwunder jetzt vorbei?

Nein. Wir sind bei der Beschäftigung auf einem historischen Höchststand. 45,3 Millionen Menschen haben einen Job. Damit ist die Ausschöpfung des Erwerbspersonenpotenzials in Deutschland eigentlich ausgereizt.

Die Ankündigung großer Unternehmen, zehntausende Stellen zu streichen, erinnert aber schon an alte Krisenzeiten.

Die Banken haben sicher Anpassungsbedarf, genauso wie der Chemie- oder Automobilsektor. Panik ist aber unangebracht. Von den möglicherweise bis zu 20 000 Stellenstreichungen bei der Deutschen Bank sind in erster Linie Niederlassungen im Ausland betroffen. Und wenn man sich im Hinblick auf einen bekannten Autokonzern etwa die Regionaldaten im Arbeitsamtsbezirk Ingolstadt anschaut, dann ist dort nichts von Krise zu spüren. Stellen in klassischen Bereichen werden zwar reduziert, aber auch Stellen angesichts alternativer Antriebe neu geschaffen.

Im Juni ging die Zahl der offenen Stellen erstmals seit sechs Jahren wieder leicht zurück. Auch Zeitarbeiter kommen nicht mehr so stark zum Einsatz wie noch vor Monaten. Sind das keine Anzeichen für eine Eintrübung?

Was Sie Eintrübung nennen, ist aus meiner Sicht ein konjunkturelles Atemholen und kein Einstieg in einen dramatisch schlechten Arbeitsmarkt. Wegen der vielen Erfolgsmeldungen vom Arbeitsmarkt sind wir auch ein bisschen verwöhnt. Wahr ist, dass es auf den zentralen Absatzmärkten Schwächen gibt. Darunter leidet der deutsche Maschinenbau. Die Vergangenheit lehrt, dass diese Branche stets in der Lage war, auf andere Märkte auszuweichen.

Und was ist mit der restriktiven Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump?

Bei Trump haben wir es mit einer Hüh-und-hott-Politik zu tun. Ich gehe nicht davon aus, dass der US-Präsident den Konflikt mit China eskalieren lässt. Denn darunter leidet auch die Wirtschaft in seinem Land. Wenn man einen Strich unter all das zieht, kann man feststellen, dass die Konjunktur zweifellos schwächelt. Aber es ist keine Rezession und damit auch keine Trendwende für den Arbeitsmarkt.

Die Beschäftigten müssen sich also keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen?

Nein, jedenfalls nicht in der Breite. Nach unseren Umfragen bleiben die Investitions- und Beschäftigungsabsichten der Unternehmen robust. Das hat damit zu tun, dass man im digitalen Wandel steckt und weiter Fachkräfte benötigt. Hinzu kommt der demografische Faktor: Mehr Menschen scheiden altersbedingt aus dem Arbeitsmarkt aus, als neue Erwerbspersonen eintreten. Auch das ist ein Vorteil für die Beschäftigten.

Zum Interview in der Saarbrücker Zeitung

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Entwurf eines Elften Gesetzes zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch
Holger Schäfer IW-Report Nr. 24 17. Mai 2022

Stellungnahme zum Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Elften Gesetzes zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch

Derzeit werden Sanktionen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Vergleich zu den gesetzlichen Formulierungen nur in einer abgeschwächten Form verhängt.

IW

Artikel lesen
Holger Schäfer IW-Kurzbericht Nr. 44 12. Mai 2022

Wird die Minijob-Falle entschärft?

Die Bundesregierung plant, die geringfügige Beschäftigung sowie den als „Übergangsbereich“ bezeichneten Einkommensbereich oberhalb der Minijob-Grenze neu zu regeln. Dabei werden unter anderem Anreize reduziert, den Beschäftigungsumfang nicht über einen Minijob ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880