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Gutachten 15. Oktober 2026 Wido Geis-Thöne / Axel Plünnecke Ökonomische Effekte der Deprivation von Kindern und Jugendlichen

Die Kinder und Jugendlichen von heute entscheiden über die wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Entwicklung im Deutschland von morgen.

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Ökonomische Effekte der Deprivation von Kindern und Jugendlichen
Gutachten 15. Oktober 2026 Wido Geis-Thöne / Axel Plünnecke

Ökonomische Effekte der Deprivation von Kindern und Jugendlichen

Gutachten im Auftrag des Deutschen Komitees für UNICEF e.V.

Wido Geis-Thöne / Axel Plünnecke Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die Kinder und Jugendlichen von heute entscheiden über die wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Entwicklung im Deutschland von morgen.

Dies gilt umso mehr, da die Bevölkerung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zunehmend überaltert. Sehr problematisch ist es, wenn die Kinder und Jugendlichen keinen ausreichenden Zugang zu Ressourcen haben, die für ihre Entwicklung und Teilhabe bedeutsam wären. In solchen Fällen liegt eine Deprivation vor. Dabei sind nicht nur materielle, sondern auch soziale Ressourcen, wie freundschaftliche Beziehungen zu anderen Kindern, relevant. Allerdings gibt es bislang nur einen Indikator der EU, der die kinderspezifische materielle Deprivation misst und dabei auch nur prüft, ob der Zugang zu den Ressourcen aus finanziellen Gründen nicht ausreichend ist. Ihm zufolge waren 11,3 Prozent der unter 16-Jährigen in Deutschland im Jahr 2024 von kinderspezifischer materieller Deprivation betroffen. Stellt man mit der Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) für das Jahr 2021 eigene Berechnungen an und ändert die Abgrenzung des Indikators dahingehend, dass auch ein fehlender Zugang zu den Ressourcen aus anderen Gründen mitberücksichtigt wird, steigt der Anteil von 10,0 Prozent auf 25,2 Prozent an. Dabei fällt die kinderspezifische materielle Deprivation häufig mit anderen Risikofaktoren für die Entwicklung der Kinder, wie insbesondere der Bildungsferne der Eltern, zusammen.

In einem dieses Gutachten ergänzenden IW-Report wurde ermittelt, dass ein durchschnittliches Kind im Laufe seines Lebens 301.900 Euro mehr an Steuern und Abgaben zahlt, als es von der öffentlichen Hand an Leistungen erhält, wobei auch die Mindereinnahmen bei den Müttern und Vätern aufgrund der Elternschaft berücksichtigt sind. Allerdings gibt es große Unterschiede je nach Bildungsweg der Kinder. So kostet es den Staat langfristig 421.300 Euro, wenn es jungen Menschen nicht gelingt, einen berufsqualifizierenden Abschluss zu erwerben. Erkranken sie insbesondere auch aufgrund sozialer Deprivation an einer Depression, sind es 345.500 Euro. Für die materiell deprivierten Kinder liegt der langfristige Fiskalbeitrag um 216.500 Euro niedriger als für die nicht deprivierten Kinder. Ursächlich hierfür ist das ungünstigere Lebensumfeld der betroffenen Kinder insgesamt – etwa auch, dass diese häufig in bildungsfernen Familien aufwachsen – und nicht nur die materielle Deprivation an sich.

Um die Lage nachhaltig zu verbessern, reichen die staatlichen Transferleistungen allein nicht aus, da sie nur dann effektiv wirken können, wenn die Deprivation tatsächlich nur aus finanziellen Engpässen der Familien resultiert. Notwendig sind auch kompensatorische Angebote für die betroffenen Kinder und Jugendlichen, die unabhängig von der Ursache der Deprivation wirken, wie ein Frühstücksangebot in den Schulen. Diese sollten zielgerichtet weiter ausgebaut werden. Allerdings können sie nur Kinder erreichen, die bereits eine institutionelle Einrichtung, wie Kita oder Schule, besuchen und derartige Angebote sind auch nicht für alle Lebensbereiche sinnvoll. Daher sind die gezielte Begleitung und Unterstützung der betroffenen Familien ebenfalls von großer Bedeutung.
 

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Ökonomische Effekte der Deprivation von Kindern und Jugendlichen
Gutachten 15. Oktober 2026 Wido Geis-Thöne / Axel Plünnecke

Ökonomische Effekte der Deprivation von Kindern und Jugendlichen

Gutachten im Auftrag des Deutschen Komitees für UNICEF e.V.

Wido Geis-Thöne / Axel Plünnecke Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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