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Zeige Bild in Lightbox Geburtsstation mit leeren Kinderbetten
Geburten in Deutschland auf Rekord-Tiefstand. (© Gettyimages)
Pressemitteilung 31. Oktober 2026 Wido Geis-Thöne

Geburten im Osten seit 2015 um ein Drittel eingebrochen

Noch nie seit Ende des Zweiten Weltkriegs kamen in Deutschland so wenige Kinder zur Welt wie 2025. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Seit 2015 gingen die Geburten in ostdeutschen Flächenländern deutlich stärker zurück als in Westdeutschland.

Bundesweit kamen 2025 nur noch 654.000 Kinder zur Welt – rund elf Prozent weniger als 2015. Der Osten ist besonders betroffen: In den ostdeutschen Flächenländern ist die Zahl der Geburten in dem Zeitraum um ein Drittel eingebrochen, bei Müttern mit deutschem Pass sogar um mehr als 40 Prozent. Im Westen fiel der Rückgang der Geburten mit sechs bis acht Prozent deutlich schwächer aus. 

Sinkende Zahl der Frauen ist nur ein Teil der Erklärung 

Was steckt hinter dieser Entwicklung? Im Osten ist ein Teil der Erklärung, dass es immer weniger Frauen im Alter von 25 bis 39 Jahren gibt: In den Flächenländern waren es zuletzt 16 Prozent weniger als 2015. Bundesweit ist die Zahl der Frauen dagegen leicht gestiegen um rund ein Prozent, im Westen je nach Region um drei bis fünf Prozent. Dass die Gesamtzahl stieg, liegt daran, dass mehr Frauen aus dem Ausland zu- als weggezogen sind.

Insgesamt zeigt sich, dass die Zahl der Geburten überall deutlich stärker gesunken ist als die Zahl der Frauen. Im Osten ist die Zahl doppelt so stark zurückgegangen; bundesweit sank die Geburtenzahl um gut elf Prozent, obwohl es in dieser Altersgruppe etwas mehr Frauen gab. Für Paare ist es seit 2015 anscheinend unattraktiver geworden, Kinder zu bekommen.  

Mehr Betreuung statt Kürzungen

Eine Erholung ist nicht in Sicht. Bis 2035 dürfte die Zahl der Frauen zwischen 25 und 39 Jahren bundesweit um rund ein Zehntel sinken, sodass wesentlich weniger Paare Eltern werden können. Allerdings ist hier im Osten ab etwa 2030 eine Trendwende zu erwarten. Dann rücken etwas größere Geburtsjahrgänge in das Alter nach, in dem typischerweise die Familiengründung erfolgt. Im Westen wird das bis 2035 noch kaum der Fall sein. Dort sind erst die Jahrgänge der 2000er-Jahre und nicht wie im Osten bereits die der 1990er Jahre besonders geburtenschwach. 

„Niedrige Geburtenzahlen verkleinern langfristig das Arbeitskräfteangebot und stellen so auch die Finanzierung des Sozialversicherungssystems in Frage. Die Politik ist jetzt gefragt. Sie muss die Entscheidung, Kinder zu bekommen, erleichtern“, sagt IW-Experte Wido Geis-Thöne. Familien bräuchten verlässliche Betreuung und Planungssicherheit. „Kürzungen bei der Unterstützung für Familien, wie dem Elterngeld, sind hingegen das falsche Signal“, so Geis-Thöne. Die meisten Familienleistungen seien Investitionen, die sich langfristig auch für die öffentliche Hand rechnen.
 

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IW-Kurzbericht Nr. 78/2026
IW-Kurzbericht Nr. 78 31. Oktober 2026 Wido Geis-Thöne

Historischer Tiefststand bei den Geburten und keine Erholung in Sicht

Wido Geis-Thöne Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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