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Sebastian Bußmann / Susanne Seyda Gutachten 5. Februar 2014 Fachkräfteengpässe in Unternehmen 1/2014: In vielen Berufsgattungen bestehen seit Längerem Engpässe
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In vielen Berufsgattungen bestehen seit Längerem Engpässe
Sebastian Bußmann / Susanne Seyda Gutachten 5. Februar 2014

Fachkräfteengpässe in Unternehmen 1/2014: In vielen Berufsgattungen bestehen seit Längerem Engpässe

Gutachten für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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  • Fachkräfteengpässe sind weit verbreitet. Viele Unternehmen berichten weiterhin von Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte für ihre offenen Stellen zu finden. Auch viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind hiervon betroffen. So berichteten 2013 je nach gesuchter Qualifikation zwischen 31 und 60 Prozent der KMU von mittleren oder großen Problemen, offene Stellen mit Fachkräften zu besetzen. Da über 99 Prozent der Unternehmen in Deutschland KMU mit weniger als 250 Beschäftigten sind, bedeutet dies eine große Zahl betroffener Unternehmen.
  • Engpässe treten auf allen Qualifikationsniveaus auf – Berufe für Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung sind aber besonders häufig betroffen. Im August 2013 gab es in 114 von 611 Berufsgattungen Knappheiten. Mehr als die Hälfte dieser Engpassberufe trat bei Berufsgattungen auf, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen. Für rund 25 Prozent der Engpassberufe ist typischerweise ein Fortbildungsabschluss erforderlich. Knapp 19 Prozent der Berufsgattungen mit Knappheiten waren Akademikerinnen und Akademikern zuzuordnen.
  • In 40 Prozent der gemeldeten offenen Stellen war ein Engpassberuf gefragt. Für viele gemeldete offene Stellen wird eine Person mit einer Qualifikation in einem Engpassberuf gesucht. Bei Betrachtung der einzelnen Qualifikationsniveaus wird ersichtlich, dass im August 2013 der Anteil der Engpassberufe an allen gemeldeten offenen Stellen bei beruflich Qualifizierten mit 41 Prozent am größten war. Bei Akademikerinnen und Akademikern fiel er mit 34,5 Prozent niedriger aus; hier war in den letzten Monaten ein leichter Rückgang an Engpassberufen zu verzeichnen. Betrachtet man spiegelbildlich den Anteil der Arbeitslosen mit einem Engpassberuf an der Summe aller Arbeitslosen, zeigt sich ein anderes Bild: Nur 11 Prozent der Arbeitslosen besaßen eine Qualifikation in einem Engpassberuf.
  • Die Zahl der Engpassberufe schwankt im Jahresverlauf… Die Zahl der Engpassberufe schwankte im Zeitraum von August 2011 bis August 2013 monatlich zwischen 63 und 160 Berufen. Sie variierte stärker bei Berufen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen, als bei Berufen, für die eine höhere Qualifikation typisch ist.
  • … aber es gibt zahlreiche Engpassberufe mit kontinuierlicher Knappheit (Sockelengpassberufe). In den letzten zwei Jahren wiesen 106 Berufsgattungen kontinuierlich Engpässe auf. Sie werden daher als Sockelengpassberufe bezeichnet. 60 Berufsgattungen waren seit September 2011 in jedem Monat knapp. Weitere 46 Berufsgattungen waren in den beiden Jahresdurchschnitten (09/2011 bis 08/2012 und 09/2012 bis 08/2013) knapp, da es in jedem Jahr durchschnittlich weniger Arbeitslose als offene Stellen gab.
  • Sockelengpässe vor allem in den Berufsfeldern „Soziales und Bildung“, „Bau und Gebäudetechnik“ sowie „Mechatronik, Energie und Elektro“. In den Berufsfeldern „Gesundheit, Soziales und Bildung“, „Bau und Gebäudetechnik“ sowie mit einigem Abstand „Mechatronik, Energie und Elektro“ gab es absolut betrachtet die größte Anzahl an Sockelengpassberufen. Die Berufsfelder „Mechatronik, Energie und Elektro“ und „Maschinen- und Fahrzeugtechnik“ waren anteilig besonders stark von Sockelengpässen betroffen. Das heißt, der prozentuale Anteil der Sockelengpassberufe an allen relevanten Berufsgattungen in diesen Berufsfeldern war hoch.
  • Sockelengpässe häufig in MINT-Berufen. Über alle betrachteten Anforderungsniveaus (abgeschlossene Berufsausbildung, Fortbildungsabschluss und (Fach-)Hochschulabschluss) hinweg befinden sich 51 MINT-Berufe (Berufe der Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) unter den Sockelengpässen. Das entspricht knapp der Hälfte aller Sockelengpassberufe.
  • Sockelengpassberufe treten besonders bei Hochqualifizierten auf. Bei den Akademikerinnen und Akademikern ist der Anteil der Sockelengpassberufe sehr hoch: Rund 70 Prozent aller akademischen Berufsgattungen, die in den letzten beiden Jahren in mindestens einem Monat einen Engpass aufwiesen, wiesen auch kontinuierlich einen Engpass auf. Sie zählen somit zu den Sockelengpassberufen. Bei den beruflich Qualifizierten und den Personen mit Fortbildungsabschluss war es etwa die Hälfte.
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In vielen Berufsgattungen bestehen seit Längerem Engpässe
Sebastian Bußmann / Susanne Seyda Gutachten 5. Februar 2014

Sebastian Bußmann / Susanne Seyda: Fachkräfteengpässe in Unternehmen – In vielen Berufsgattungen bestehen seit Längerem Engpässe

Gutachten für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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