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Sonja Beer / Jürgen Matthes / Thomas Obst Gutachten 27. Juni 2022 Bidens Wirtschaftsagenda – Auswirkungen auf Bayern

Die bayerische Wirtschaft kann von den ambitionierten Plänen der Biden-Administration profitieren. Die Auswirkungen wichtiger US-Fiskalprogramme auf die USA, Deutschland und Bayern werden in dieser Studie mithilfe eines makroökonometrischen Weltmodells geschätzt. Da derartige Modelle die Realität nur in Grundzügen abbilden, ist bei der Interpretation der Ergebnisse eine gewisse Vorsicht geboten.

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Bidens Wirtschaftsagenda – Auswirkungen auf Bayern
Sonja Beer / Jürgen Matthes / Thomas Obst Gutachten 27. Juni 2022

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Studie im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. vbw

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Die bayerische Wirtschaft kann von den ambitionierten Plänen der Biden-Administration profitieren. Die Auswirkungen wichtiger US-Fiskalprogramme auf die USA, Deutschland und Bayern werden in dieser Studie mithilfe eines makroökonometrischen Weltmodells geschätzt. Da derartige Modelle die Realität nur in Grundzügen abbilden, ist bei der Interpretation der Ergebnisse eine gewisse Vorsicht geboten.

American Rescue Plan (ARP): Der im März 2021 beschlossene ARP ist das umfangreichste hier betrachtete Fiskalprogramm und eines der größten Programme in der US-Wirtschaftshistorie. Es umfasst effektiv rund 1,7 Billionen US-Dollar an Ausgaben und richtet sich vorwiegend gegen die Folgen der Corona-Krise. Der ARP ist stark konsumorientiert, um umfangreiche Einkommensverluste durch die zwischenzeitlich hohe Arbeitslosigkeit abzumildern. Zudem wirkte er kurzfristig vor allem im Jahr 2021 und ist vollständig defizit-finanziert. Die Simulation mit dem Oxford-Modell auf Basis des Wirtschaftsstatus Anfang 2021 ergibt starke Effekte. Der ARP erhöht das Niveau der realen US-Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 um fast 7 Prozent im Vergleich zu einem Basisszenario ohne ARP. Neben deutlich positiven Effekten auf die privaten Konsum- und Investitionsausgaben fallen auch die realen US-Importe mit rund 12 Prozent sehr viel höher aus. Damit erhält auch die Weltwirtschaft erhebliche Impulse. In der Folge erhöht der ARP das deutsche reale BIP im Jahr 2021 um gut 1,4 Prozent (1,1 Prozent in 2022) gegenüber dem Basisszenario –, vor allem weil die realen deutschen Gesamtexporte deutlich zulegen. Die Effekte des ARP auf das reale BIP in Bayern liegen mit 1,5 Prozent Niveauzuwachs im Jahr 2021 in einer ähnlichen Größenordnung. Das entspricht einem Wertschöpfungszuwachs von erheblichen 7,5 Milli-arden Euro. In der Folge nimmt die Beschäftigung in Bayern um knapp 32.000 Arbeitsplätze zu.

Infrastructure Investment and Jobs Act (IIJA). Der IIJA ist als umfangreiches Infrastruktur-programm eines der Kernanliegen der Biden-Administration und wurde im November 2021 beschlossen. Es soll mit (neuen) Ausgaben von 550 Milliarden US-Dollar dazu beitragen, Infrastrukturmängel bei Verkehr und Energieversorgung zu mindern und den Breit-bandausbau zu fördern. Diese Ausgaben werden über eine Dekade verteilt, zu rund einem Viertel durch Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen gegenfinanziert und in einer Phase höheren Inflationsdrucks umgesetzt, der deutliche Zinserhöhungen nötig macht. Aus diesen Gründen führt der IIJA – anders als der ARP – nur zu leicht positiven Effekten in den USA – mit einem Niveauzuwachs des realen BIP von maximal rund 0,3 Prozent zur Mitte der 2020er Jahre. Die realen US-Importe fallen um bis zu 1,6 Prozent (im Jahr 2026) höher aus als im Basisszenario, sodass auch die Weltwirtschaft und damit die deutschen Exporte sehr viel weniger als beim ARP stimuliert werden. Das reale BIP ist zur Mitte der 2020er Jahre in Deutschland und Bayern nur um knapp 0,1 Prozent höher als ohne IIJA.

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Studie im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. vbw

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