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Gutachten 17. April 2026 Julia Betz / Wido Geis-Thöne / Axel Plünnecke Ingenieurinnen in Deutschland – Potenziale, Herausforderungen und Entwicklungen, Teil 1: Analyse und Handlungsempfehlungen

Deutschland steht im Innovationswettbewerb zunehmend unter Druck. Die Situation wird durch demografische Entwicklungen, sinkende Studierendenzahlen in technischen Fächern und Schwächen im Bildungssystem weiter verschärft.

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Ingenieurinnen in Deutschland – Potenziale, Herausforderungen und Entwicklungen, Teil 1: Analyse und Handlungsempfehlungen
Gutachten 17. April 2026 Julia Betz / Wido Geis-Thöne / Axel Plünnecke

Ingenieurinnen in Deutschland – Potenziale, Herausforderungen und Entwicklungen, Teil 1: Analyse und Handlungsempfehlungen

Gutachten für den Verein Deutscher Ingenieure e.V. I VDI

Julia Betz / Wido Geis-Thöne / Axel Plünnecke Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Deutschland steht im Innovationswettbewerb zunehmend unter Druck. Die Situation wird durch demografische Entwicklungen, sinkende Studierendenzahlen in technischen Fächern und Schwächen im Bildungssystem weiter verschärft.

Vor diesem Hintergrund ist die stärkere Einbindung von Frauen in Ingenieur- und Informatikberufe von entscheidender Bedeutung, um Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. 

Positiv ist vor diesem Hintergrund zu bewerten, dass der Anteil der Frauen unter allen Erwerbstätigen mit einem ingenieurwissenschaftlichen Studium (inklusive Informatik) in den letzten Jahren gestiegen ist, insbesondere unter jüngeren Erwerbstätigen. Die Frauenanteile sind dabei in Dienstleistungsbranchen wie Schule, Hochschule höher als in industriell geprägten Branchen. In den letzten Jahren haben sich auch der Anteil und die Anzahl ausländischer Frauen mit Ingenieurstudium unter den Erwerbstätigen erhöht. Die Erwerbstätigkeit von Ingenieurinnen ist sowohl in sozialversicherungspflichtigen Ingenieur- und Informatikberufen als auch in anderen Berufen oder als Beamte/Selbständige gewachsen.

Betrachtet man die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Ingenieur- und Informatikberufen, so sind auch hier die Frauenanteile in den letzten Jahren gestiegen – regional vor allem in den westdeutschen Flächenländern, die auf die hohen Frauenanteile im Osten Deutschlands aufholen konnten. Betrachtet man die Frauenanteile in den Ingenieur- und Informatikberufen auf Basis der 400 Kreise und Städte, so sind diese im Norden und Osten Deutschlands tendenziell etwas höher als im Westen und Süden. Die Frauenanteile in den einzelnen Ingenieurberufen unterscheiden sich zwischen den Fachrichtungen: In den Bereichen Rohstoffe, Chemie und Bau sind sie höher, während sie in den Ingenieurberufen der Metallverarbeitung und der Energie- und Elektrotechnik niedriger ausfallen. Etwa 30 Prozent der Frauen in Ingenieurberufen sind teilzeitbeschäftigt.

Steigende Frauenanteile sind auch an den Hochschulen und in der Forschung gemessen durch Patentanmeldungen zu beobachten. Auch bei diesen Kennziffern bleibt aber deutliches Entwicklungspotenzial. Hier ist bereits an den Schulen und in der Berufsorientierung anzusetzen. Im Alter von 15 Jahren gibt es bei Mädchen und Jungen nur leichte Unterschiede bei den MINT-Kompetenzen, größer sind die Unterschiede bei Selbstkonzept und Interesse. Dabei sind junge Frauen noch einmal deutlich stärker für den Klimaschutz sensibilisiert als junge Männer. Aus Sicht der Unternehmen kommt den Ingenieurwissenschaften und der Informatik eine sehr große Bedeutung für Innovationen im Klimaschutz zu. Dazu ist der Bereich Gesundheit/Medizin ein großes Wachstumsfeld für die Ingenieurwissenschaften.

Berechnet man die künftige Beschäftigung in den Ingenieur- und Informatikberufen in Szenarien, so wird demografiebedingt das Beschäftigungswachstum aus dem Zeitraum 2012 bis 2024 in der bevorstehenden Zeitphase bis 2035 deutlich zurückgehen. Im Aktivierungsszenario Frauen werden durch Berufs- und Studienorientierung und Mentoringprogramme Trends beim Zugang junger Frauen in die Ingenieur- und Informatikberufen zumindest zu einem Teil fortgeschrieben. Dadurch kann die Beschäftigung im Jahr 2035 gegenüber dem Basisszenario um 56.100 Frauen erhöht werden. Hierdurch entsteht ein Wertschöpfungszuwachs im Jahr 2035 in Höhe von 7,0 Milliarden Euro.

Aus den Untersuchungen leiten sich Empfehlungen ab in den Handlungsfelder Berufsorientierung, familienfreundliche Arbeitswelt, familienfreundliche Infrastruktur, Zugang zu Weiterbildungsangeboten und Frauen in Führungspositionen.

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Ingenieurinnen in Deutschland – Potenziale, Herausforderungen und Entwicklungen, Teil 1: Analyse und Handlungsempfehlungen
Gutachten 17. April 2026 Julia Betz / Wido Geis-Thöne / Axel Plünnecke

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Gutachten für den Verein Deutscher Ingenieure e.V. I VDI

Julia Betz / Wido Geis-Thöne / Axel Plünnecke Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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