Die stabile wirtschaftliche Entwicklung mit steigenden Einkommen und wachsender Beschäftigung dürfte hierzu ebenso beigetragen haben wie die verbesserte Bilanzqualität der Unternehmen, das sinkende Zinsniveau und das gute Kreditangebot des Bankensektors. Doch seit Jahresanfang 2018 geht die Industrieproduktion hierzulande durchgängig zurück. Bislang konnten die boomende Bautätigkeit und der robuste Konsum die Industrierezession noch weitgehend ausgleichen. Es ist denkbar, dass ein Übergreifen der Industriekrise auf die Gesamtwirtschaft die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen jedoch wieder nach oben treiben könnte. Dieser Beitrag analysiert daher, wie stark sich eine nachlassende Dynamik des Bruttoinlandsprodukts auf die Entwicklung der Insolvenzzahlen in Deutschland auswirkt. Erst ein kräftiger Wirtschaftseinbruch von mehr als 1 Prozent würde einen Anstieg der Insolvenzzahlen verursachen. Auch wegen der derzeit hohen Bilanzqualität ist allerdings aktuell keine Trendwende hin zu wieder ansteigenden Insolvenzen absehbar – selbst bei einer wirtschaftlichen Stagnation im Jahr 2020.