Zu normalen Zeiten stellt sich die Lage hier günstig dar, wie eine eigene Auswertung des nationalen Bildungspanels (NEPS) zeigt. In seinem Rahmen wurden Schüler gebeten, sich zu vier verschiedenen Statements zu ihrer Lernmotivation einzuordnen. Bildet man aus diesen Angaben einen kontinuierlichen Indikator mit dem Wertbereich von 0 bis 1, ergibt sich für die Sechstklässler ein Durchschnitt von 0,55. Dabei liegt der Wert bei den Gymnasiasten mit 0,57 etwas höher als bei den Schülern anderer weiterführender Schulen mit 0,52. Auf die gleiche Weise ergeben sich für die anhand von drei Statements erfasste Freude an der Schule Werte von 0,64 für alle Sechstklässler, 0,65 für die Gymnasiasten und 0,62 für die Schüler anderer weiterführenden Schulen.

Lernmotivation und Freude an der Schule stehen in einem starken Zusammenhang mit dem Schulerfolg, der allerdings bei weitem nicht deterministisch ist. So liegt die Durchschnittsnote in den Fächern Deutsch und Mathematik beim Maximalwert bei der Lernmotivation um rund drei Viertel einer Notenstufe höher als beim Minimalwert. Bei der Freude an der Schule beträgt der Unterschied knapp zwei Drittel einer Notenstufe. Dabei ist anzumerken, dass die Wirkungsketten hier in beide Richtungen laufen und ein Impuls bei Lernmotivation oder Freude an der Schule unter Umständen auch einen Ping-Pong-Effekt auslösen kann. Betrachtet man die Zusammenhänge mit verschiedenen Aspekten des sozioökonomischen Hintergrunds der Schüler, sticht der Migrationshintergrund heraus. Liegt dieser vor, sind die Indikatorwerte für Lernmotivation und Freude an der Schule bei den Sechstklässlern unter sonst gleichen Bedingungen jeweils um 0,09 oder 9 Prozentpunkte höher. Hingegen sind sie bei einer Alleinerziehung und einem bildungsfernen Elternhaus deutlich niedriger.