Tatsächlich führen politische Vorgaben allerdings dazu, dass sowohl günstige als auch teure Klimaschutzmaßnahmen schon heute umgesetzt werden müssen (Löschel, 2017). Würde man stattdessen günstigere Optionen intensiver nutzen und auf besonders teure Möglichkeiten verzichten, könnten Effizienzpotentiale gehoben werden. Die Unterschiede der Kosten lassen sich nicht durch den aktuellen Klimaschutz rechtfertigen, sondern müssen anders gerechtfertigt werden. Wenn beispielsweise zur Förderung der Technologieentwicklung bestimmte Maßnahmen schon heute realisiert werden sollen, müssen die Mehrkosten in Form und Höhe als Forschungsförderung begründbar sein. Erhebliche technologiespezifische Kostenunterschiede gibt es im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Ungleichbehandlung der verschiedenen Erzeugungstechnologien begründet sich durch die unterschiedlichen Reifegrade und die damit verbundenen Unterstützungsbedarfe. Ob die Technologieförderung erfolgreich ist, die auf Massenproduktion und Lernkurveneffekte, weniger aber auf Innovation setzt, sei einmal dahingestellt. Aber selbst dann sind die Zusatzkosten für die Entwicklung einzelner Technologien außerordentlich hoch.

Bei der Förderung ist ex ante die Vergütung für den produzierten und eingespeisten Strom festgelegt, nicht aber die Subvention, die sich aus der Differenz zwischen Einspeisevergütung und dem aktuellen Marktpreis ergibt. Die Höhe der Subvention je Kilowattstunde entspricht, umgerechnet auf die vermiedenen Emissionen, den Vermeidungskosten. Die Einspeisevergütung wurde typischerweise für 20 Jahre garantiert, während die Strompreise nicht festlagen. Die Höhe der Subventionen für Anlagen eines Jahrgangs und die tatsächlichen Vermeidungskosten je Tonne Treibhausgasemissionen lassen sich damit exakt erst ex post nach Ablauf der Förderung bestimmen. Hilfsweise werden hier die durchschnittlichen Subventionen je produzierter Kilowattstunde Strom beziehungsweise Tonne Kohlendioxid betrachtet, die für alle installierten Anlagen einer Technologie gezahlt werden. Die damit ausgewiesenen Werte entsprechen nicht den niedrigeren Kosten der aktuell neuesten Anlagen, sondern den durchschnittlichen Förderungen beziehungsweise Vermeidungskosten, die in einem Jahr von den Stromverbrauchern getragen werden. Die Differenzkosten sind dabei ein eingeschränkt aussagefähiger Indikator für die tatsächlichen Mehrkosten der erneuerbaren Energien, die die Vermeidungskosten definieren. Preissenkende Effekte sowie indirekte Unterstützungen müssten ebenfalls kalkuliert werden, wovon an dieser Stelle aber abstrahiert werden soll. Die absolute Höhe der spezifischen Vermeidungskosten wird hier gemessen an den durchschnittlichen Emissionen je Kilowattstunde des Jahres 2001, also zum Zeitpunkt der Einführung des EEG. Damit werden 640 Gramm je Kilowattstunde Strom (Umweltbundesamt, 2016) als Einsparung durch die Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen angenommen.